Oda - auch Odo, genannt der Gute [1] oder der Ernste [2] - war Erzbischof von Canterbury von 941 bis 958.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Odas Eltern waren Dänen und er wurde möglicherweise in East Anglia geboren. [3] Sein Vater soll ein Däne gewesen sein, der 865 nach England kam, zusammen mit der Wikingerarmee von Ubba Ragnarsson und Ivar der Knochenlose, und sich möglicherweise in East Anglia ansiedelte. Odas Neffe Oswald von Worcester wurde später Erzbischof von York. Es ist möglich, dass Oswalds Verwandte Oscytel, später Erzbischof von York, und Thurcytel, ein Abt, ebenfalls Verwandte von Oda waren, doch das ist nicht sicher bekannt. [4]

In Byrthferth of Ramseys Life of Saint Oswald heißt es, dass Oda sich dem Haushalt eines gottesfürchtigen Edelmannes namens Aethelhelm anschloss, den er auf eine Pilgerreise nach Rom begleitete. Auf der Reise heilte Oda die Krankheit des Edelmannes. [1] Andere Geschichten wie die von William of Malmesbury (12. Jh.) beschreiben Oda als Kämpfer unter Edward dem Älteren, der danach Priester wurde, doch diese Aussagen sind unwahrscheinlich. Andere Aussagen im Life erzählen, dass Oda vom König "Bischof von Wilton" genannt wurde, der Aethelhelms Bruder gewesen sein soll. [4] Der Chronist könnte sich - etwas ungenau - auf Aethelhelm von Wessex, Cousin des Königs, beziehen. Dieser Wohltäter wurde auch mit Bischof Athelm in Verbindung gebracht, der Aussagen zufolge Oda in seiner kirchlichen Karriere unterstützte. [5] Einige Quellen besagen, dass Oda ein Mönch in Fleury-sur-Loire in Frankreich wurde. [4] [6]

Bischof von Ramsbury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irgendwann zwischen 909 und 927 wurde Oda zum Bischof von Ramsbury geweiht, [7] nicht Wilton, wie es von William of Malmesbury und dem Life behauptet wird. Die Ernennung wurde höchstwahrscheinlich von König Aethelstan von England vorgenommen und die erste gesicherte Erwähnung in Dokumenten erfolgt 928, als Oda als Bischof königliche Urkunden bezeugt. [4] Laut dem Chronisten Richer of Rheims (spätes 10. Jh.) schickte Aethelstan Oda 936 nach Frankreich, um Ludwig IV von Frankreichs Rückkehr auf den Thron zu arrangieren. [6] [8] Ludwig war Aethelstans Neffe [9] und hatte einige Jahre lang in England im Exil gelebt. [6] Diese Geschichte wird allerdings von keinen zeitgenössischen Berichten gestützt. [4]

Oda soll König Aethelstan 937 in die Schlacht bei Brunanburh begleitet haben. [1] [10] In dieser Schlacht soll Oda wundersamerweise dem König ein Schwert beschafft haben, als dessen eigenes Schwert aus seiner Scheide rutschte. Eine Chronik aus Ramsey berichtet, dass das Schwert in den 1170er Jahren immer noch in der königlichen Schatzkammer aufbewahrt wurde, doch der Chronist schriebt vorsichtig "wie behauptet wird", und stellt dies nicht als Tatsache dar. [11] Es gibt keine Zeitgenössischen Beichte von Odas Erscheinen in der Schlacht. [4]

940 führte Oda einen Waffenstillstand zwischen Olaf Guthfrithson, König von Dublin und York, und Edmund I von England herbei. [4] Olaf, der bereits König von Dublin war, hatte die Kontrolle über Northumbria und York kurz nach Edmunds Krönung 939 übernommen. Dieser Friedensvertrag legte die Grenze zwischen den Beiden Reichen an der Watling Street fest. [9]

Erzbischof von Canterbury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

941 wurde Oda zum Erzbischof von Canterbury ernannt. [7] Während seiner Amtszeit half er König Edmund I mit dem neuen königlichen Gesetzeskodex, [4] der einige Gesetze betreffend kirchlicher Angelegenheiten enthielt. [1] Gemeinsam mit Erzbischof Wulfstan I von York nahm er Teil an einem Konzil, das die ersten dieser Gesetze veröffentlichte und von Edmund [12] 945 oder 946 über Ostern in London abgehalten wurde. [12] Oda konnte auch einen Streit über die Five Boroughs mit Wulfstan schlichten. [1]

Oda gab auch neue Regeln für seinen Klerus heraus. Seine Constitutions of Oda sind die ersten erhalten gebliebenen Beschlüsse eines englischen Kirchenreformers aus dem 10. Jh. [13] Er verbesserte einige Statuten von 786, um seine neuen Regeln zu verbessern und eine Angelegenheit, die weggelassen wurde, waren alle Klauseln, die sich mit dem Heidentum befassten. [14] Andere Themen sind Beziehungen zwischen Laien und dem Klerus, die Pflichten von Bischöfen, die Verpflichtung von Laien, kirchlich zu heiraten, wie man das Fasten begeht und die Verpflichtung, Almosen zu geben. [15] Das Werk existiert heute nur noch in einem einzigen Manuskript im British Museum. Es handelt sich um eine Kopie aus dem 11. Jh., die für Wulfstan II von York angefertigt wurde. [16]

Beim Tod von König Eadred 955 erhielt Oda vom König eine große Summe an Gold. [17] Er steckte möglicherweise hinter der Neugründung eines Bischofssitzes in Elmham, denn die Reihe von Bischöfen in dieser Diözese beginnt mit Eadwulf von Elmham 956. [6] Oda krönte König Eadwig von England 956, doch 957 schloss er sich dessen Rivalen und Bruder Edgar der Friedfertige an, der 957 zum König der Mercier erklärt worden war, während Eadwig weiterhin Wessex regierte. [13] Der genaue Grund für die Spaltung zwischen den Brüdern, die zur Teilung des zuvor geeinten Königreiches führte, ist nicht bekannt, könnte aber von Eadwigs Bemühungen gestammt haben, enge Verwandte und seine Ehefrau zu bevorzugen. Die Teilung war friedlich und Eadwig nannte sich weiterhin "König der Engländer", im Gegensatz zu Edgars Titel "König der Mercier". [18] Anfang 958 annullierte Oda die Ehe zwischen Eadwig und seiner Frau Aelfgifu, da sie zu nahe mit einander verwandt waren. [13] Dies war möglicherweise ein politischer Akt in Verbindung mit der Teilung zwischen Eadwig und Edgar, denn es ist unwahrscheinlich, dass die enge Verwandtschaft zwischen Eadwig und seiner Frau vor ihrer Ehe nicht bekannt gewesen war. [18]

Oda war ein Anhänger von Dunstan von Canterburys Klosterreformen, [15] und reformierte gemeinsam mit Cenwald, Bischof von Worcester und Aelfheah, Bischof von Winchester, die Kirche. Er hatte auch viele Bauvorhaben und ließ das Dach der Kathedrale von Canterbury neu decken, nachdem man die Mauern erhöht hatte. [4] 948 entnahm Oda die Reliquien des Hl. Wilfrid aus Ripon. [14] Frithegods Life of Wilfrid hat ein Vorwort, das von Oda geschrieben wurde, und in dem der Erzbischof behauptete, dass er die Reliquien aus Ripon gerettet habe, das er als "verkommen" und "dornenbedeckt" beschrieb. [3] Er erwarb auch die Reliquien des Hl. Ouen und Frithegod schrieb ebenfalls, auf Odas Anraten - eine Biographie dieses Heiligen, die allerdings verloren gegangen ist. [1] Oda war auch aktiv beteiligt an der Neuorganisation der Diözesenstruktur seiner Provinz, die Diözesen Elmham und Lindsey wurden während seiner Amtszeit reformiert. [15]

Oda starb am 2. Juni 958 [7] und wird als Heiliger verehrt, sein Feiertag ist der 4. Juli. [19] Nach seinem Tod wurden ihm in legendenhaften Erzählungen Wunder zugeschrieben, unter anderem eines, als das Abendmal mit Blut getränkt war. Ein weiteres war die wundersame Reparatur eines Schwertes. [20] Es gibt keine zeitgenössischen Berichte darüber, dass Oda verehrt wurde, die erste Andeutung für seinen Kult findet sich in einer Hagiographie, die von Byrthferth of Ramsey geschrieben wurde, doch erst zwischen 1093 und 1125 schrieb Eadmer die Vita Sancti Odonis, eine Hagiographie über Oda. [4]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Lapidge, Michael (2001). "Oda". In Lapidge, Michael; Blair, John; Keynes, Simon; Scragg, Donald (eds.). The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England
  2. Michael Drayton, Poly-Olbion
  3. 3,0 3,1 Brooks, Nicholas (1984). The Early History of the Church of Canterbury: Christ Church from 597 to 1066
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 4,8 4,9 Cubitt, Catherine; Costambeys, Marios (2004). "Oda (d. 958)". Oxford Dictionary of National Biography
  5. Fletcher, R. A. (1997). The Conversion of Europe: From Paganism to Christianity 371-1386AD
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 Stenton, Frank (1971). Anglo-Saxon England
  7. 7,0 7,1 7,2 Fryde, E. B.; Greenway, Diana; Porter, Stephen; Roy, Ian (1996). Handbook of British Chronology
  8. Foot, Sarah (2011). Æthelstan: The First King of England
  9. 9,0 9,1 Miller, Sean (2001). "Edmund". In Lapidge, Michael; Blair, John; Keynes, Simon; Scragg, Donald (eds.). The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England
  10. Delaney, John P. (1980). Dictionary of Saints
  11. Clanchy, C. T. (1993). From Memory to Written Record: England 1066–1307
  12. 12,0 12,1 Wormald, Patrick (1999). The Making of English Law: King Alfred to the Twelfth Century
  13. 13,0 13,1 13,2 Stafford, Pauline (1989). Unification and Conquest: A Political and Social History of England in the Tenth and Eleventh Centuries
  14. 14,0 14,1 Blair, John (2005). The Church in Anglo-Saxon Society
  15. 15,0 15,1 15,2 Darlington, R. R. (July 1936). "Ecclesiastical Reform in the Late Old English Period". The English Historical Review
  16. Schoebe, G. (Mai 1962). "The Chapters of Archbishop Oda (942/6) and the Canons of the Legatine Councils of 786". Bulletin of the Institute of Historical Research
  17. Fletcher, R. A. (2003). Bloodfeud: Murder and Revenge in Anglo-Saxon England
  18. 18,0 18,1 Miller, Sean (2001). "Eadwig". In Lapidge, Michael; Blair, John; Keynes, Simon; Scragg, Donald (eds.). The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England
  19. Walsh, Michael J. (2007). A New Dictionary of Saints: East and West
  20. Farmer, David Hugh (2004). Oxford Dictionary of Saints
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