Geschichte der Britischen Monarchie Wiki
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Odo von Bayeux, Earl of Kent und Bischof von Bayeux, war einer der Halbbrüder von Wilhelm I dem Eroberer.

Geschichte[]

Frühe Jahre[]

Odo war der Sohn von Herleva und Herluin de Conteville. Seine Mutter war von niedriger Geburt - angeblich die Tochter eines Gerbers - und die Mätresse von Robert I, Herzog der Normandie gewesen. Später heiratete sie Herluin. Odos jüngerer Bruder - ebenfalls ein Halbbruder von Wilhelm - war Robert, Graf von Mortain.

Historiker sind sich uneinig, wann Odo geboren wurde. Einige vermuten, dass es um 1035 gewesen sein könnte. 1049 wurde er von Wilhelm, der zu dieser Zeit noch Herzog der Normandie war, zum Bischof von Bayeux gemacht. Da er in diesem fall erst vierzehn gewesen wäre, glauben andere Historiker, dass er vermutlich eher 1030 geboren wurde.

Normannische Eroberung und danach[]

Obwohl Odo ein geweihter Priester war, ist er besser bekannt als Krieger und Staatsmann, der am Konzil von Lillebonne teilnahm. Er finanzierte Schiffe für die Normannische Eroberung von England und ist einer der wenigen nachweislichen Begleiter Wilhelms, der 1066 in der Schlacht von Hastings kämpfte. Der Teppich von Bayeux, der vermutlich von Odo in Auftrag gegeben wurde, um damit seine Kathedrale zu schmücken, scheint die Tatsache herauszuarbeiten, dass er nicht wirklich kämpfte - soll heißen, dass er kein Blut vergoss - sondern eher aus der Nähe die Truppen anfeuerte. Die auf dem Teppich eingestickten lateinischen Inschriften über seinem Bild besagen: "Hier stärkt Odo der Bischof eine Keule haltend die Jungen". Es wurde vermutet, dass sein kirchlicher Status es ihm verbot, ein Schwert zu nutzen, [1] obwohl dies zweifelhaft ist. Die Keule war eine gebräuchliche Waffe und wurde oft von Anführern benutzt, [2] inklusive Herzog Wilhelm selbst, wie es auch auf dem gleichen Teil des Teppichs dargestellt wird. Odo wurde vom Träger seines Bischofsstabs, William, begleitet und einer Gruppe Diener und Mitglieder seines Haushalts.

1067 wurde Odo Earl of Kent und war einige Jahre lang ein vertrauenswürdiger königlicher Minister. Bei einigen Gelegenheiten, wenn Wilhelm zurück in der Normandie war, diente er als Regent von England [3] und führte zeitweise die königlichen Truppen gegen Rebellionen (wie z.b. den Aufstand der Earls). Das Ausmaß seiner Macht ist nicht bekannt. Es gibt auch andere Gelegenheiten, bei denen er Wilhelm in die Normandie begleitete.

Während seiner Zeit erhielt Odo riesige Ländereien in England, größer als alle anderen mit Ausnahme des Königs. Er besaß Ländereien in dreiundzwanzig Counties, besonders im Südosten und in East Anglia.

Verurteilung, Gefangenschaft und Rebellion[]

1076 wurde Otto im Trail of Penenden Heath vor einer großen Versammlung im Verlauf von drei Tagen in Penenden Heath, Kent für Betrug an der Krone und der Diözese von Canterbury verurteilt. Er war gezwungen, einige Besitzungen zurück zu geben und sein Vermögen wurde umverteilt. [4]

1082 fiel Odo plötzlich in Ungnade und wurde eingesperrt, weil er einen Feldzug nach Italien geplant hatte. Seine Motive dafür sind unbekannt. Chronisten, Generation später schrieben, behaupteten, dass Odo sich während dem Investiturstreit selbst zum Papst machen wollte, als Papst Gregor VII sich in einem schweren Streit mit Heinrich IV, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches befand. Die Position des Papstes war damit zeitweise frei, doch die zeitgenössischen Hinweise sind widersprüchlich. Was auch immer seine Gründe gewesen sein mögen, Odo verbrachte die nächsten fünf Jahre im Gefängnis und seine englischen Ländereien wurden vom König zurück genommen, wie auch sein Amt als Earl of Kent. Seinen Status als Bischof von Bayeux verlor er jedoch nicht.

Auf seinem Sterbebett wurde Wilhelm I 1087 schließlich von seinem Halbbruder Robert, Graf von Mortain, überzeugt, Odo freizulassen. Nach dem Tod des Königs kehrte Odo nach England zurück. Wilhelms ältester Sohn Robert Curthose war jetzt Herzog der Normandie und sein Bruder Wilhelm II Rufus erhielt den Thron von England. [5] Robert beanspruchte den englischen Thron jedoch für sich und Odo unterstützte ihn darin. Doch die Rebellion von 1088 schlug Fehl und Wilhelm II Rufus erlaubte es Odo, das Reich zu verlassen. Er blieb danach im Dienst von Robert in der Normandie. [5]

Später schloss Odo sich dem Ersten Kreuzzug an und zog mit dem Herzog gemeinsam nach Palästina, er starb aber auf dem Weg im Januar oder Februar 1097 in Palermo. Er wurde in der dortigen Kathedrale begraben.

Medien[]

Odo wurde in dem zweiteiligen Fernseh-Schauspiel Conquest von 1966 von John Nettleton dargestellt und in dem Fernseh-Drama Blood Royal: William the Conqueror von 1990 von Denis Lill.

In dem Roman Das zweite Königreich (2000) von Rebecca Gable spielt er eine größere Rolle.

Stammbaum[]

Mütterliche Linie[]

  1. Herleva ⚯ Robert I, Herzog der Normandie; ⚭ || Herluin de Conteville
    1. | ♔ Wilhelm I der ErobererMatilda von Flandern
      1. Robert Curthose (*1051-54, ✝ 1134) ⚭ Sibylla of Conversano
      2. Richard (* vor 1056, ✝ um 1075)
      3. ♔ Wilhelm II Rufus (*1056-60, ✝ 1100)
      4. ♔ Heinrich I (*1068, ✝ 1165) ⚭ | Matilda von Schottland; ⚭ || Adeliza of Louvain
      5. Adeliza (✝ vor 1113) ⚯ Harald II Godwinson
      6. ⛪ Cecilia (* vor 1066, ✝ 1127), Äbtissin von Ste-Trinité in Caen
      7. Matilda (* 1061, ✝ 1086)
      8. Constance (✝ 1090) ⚭ Alan IV von der Bretagne
      9. Adela (* 1067, ✝ 1137) ⚭ Stephen, Graf von Blois
      10. Agatha (?) ⚯ ♔ Alfonso VI von León und Kastilien
    2. || ⛪ Odo von Bayeux
    3. || Robert, Graf von Mortain ⚭ Matilda de Montgomery
    4. || Emma ⚭ Ruichard le Goz, Vizegraf von Avranches
    5. || Tochter (Muriel?) ⚭ William, Lord of la Ferté-Macé

Väterliche Linie[]

  1. Herluin de Conteville ⚭ | Herleva; ⚭ || Fredesendis
    1. | Odo von Bayeux, Bischof, Earl of Kent
    2. | Robert, Graf von Mortain
    3. | Emma ⚭ Richard le Goz, Vizegraf von Avranches
    4. | Tochter (Muriel?) ⚭ William, Lord of la Ferté-Macé
    5. || Raoul de Conteville (✝ nach 1069)
    6. || Jean de Conteville

Anmerkungen[]

  1. Douglas, David C.; Greenaway, George W., (Eds.) English Historical Documents 1042–1189
  2. Oakeshott, Ewart (1980) European Weapons and Armour
  3. Bates, David (2004). "Odo, earl of Kent (d. 1097)". Oxford Dictionary of National Biography
  4. Ireland, William Henry (1829). England's Topographer: or A New and Complete History of the County of Kent
  5. 5,0 5,1 Ordericus Vitalis (1854). The ecclesiastical history of England and Normandy
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