Paulinus war ein römischer Missionar und der erste Bischof von York.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paulinus war ein Mönch aus Rom, der von Papst Gregor I 601 gemeinsam mit Mellitus und anderen als Teil der zweiten Gruppe von Missionaren ins angelsächsische Kent geschickt wurde. Er war vermutlich Italiener. Paulinus erreichte Kent vermutlich 604, doch es ist nichts weiter von ihm bekannt, bis er nach Northumbria ging. [1]

Paulinus blieb bis 625 in Kent, dann wurde er von Erzbischof Justus von Canterbury am 21. Juli geweiht. Er begleitete Aethelburg von Kent nach Northumbria, wo sie Edwin von Northumbria heiratete. Eine Bedingung für die Eheschließung war, dass Edwin versprach, Aethelburg ihren Glauben zu lassen. Beda schrieb, dass Paulinus die Northumbrier bekehren und der neuen Königin religiöse Dienste leisten wollte. [2]

Es gibt einige Schwierigkeit mit Bedas Chronologie, um Aethelburgs Ehe zu datieren. Überlieferte päpstliche Briefe an Edwin, worin er zur Konvertierung gedrängt wird, lassen vermuten, dass Eadbald von Kent erst kürzlich bekehrt worden war, was mit Bedas Chronik nicht übereinstimmt. Kirby glaubt, dass Paulinus und Aethelburg deshalb vermutlich vor 624 nach Northumbria gingen und dass Paulinus nicht als Bischof, sondern Priester ging und später nach Kent zurückkehrte, um sich weihen zu lassen. [3] Hunter Blair glaubt statt dessen, dass Aethelburg Edwin vor 625 heiratete, aber erst 625 nach Northumbria ging. [4] Wenn man Kirby glaubt, muss man Paulinus' Weihung zum Bischof um ein Jahr auf den 21. Juli 626 verlegen. [3]

Beda beschreibt Paulinus als einen großen Mann, ein wenig gebeugt, mit schwarzem Haar und einem dünnen Gesicht, einer krummen dünnen Nase. [5]

Beda berichtet, dass Paulinus Edwin erklärte, dass die Geburt seiner und Aethelburgs Tochter zu Ostern 626 an seinen Gebeten lag. Die Geburt fand gleichzeitig mit einem Mordversuch an Edwin durch eine Gruppe Westsachsen statt. Edwin versprach, zum Christentum überzutreten und die Taufe seiner Tochter zu erlauben, wenn er einen Sieg gegen Wessex erringen würde. Er erfüllte sein Versprechen aber nicht sofort, nachdem er Wessex besiegt hatte, sondern erst, nachdem Paulinus von einem Traum des Königs erzählte, den Edwin hatte, bevor er den Thron bestieg und während er sich noch im Exil bei Raedwald von East Anglia befand. In diesem Traum hatte ein Fremder Edwin erklärt, dass die Macht in Zukunft sein wäre, wenn jemand die Hand auf seinen Kopf legen würde. Als Paulinus diesen Traum Edwin enthüllte, legte er seine Hand auf den Kopf des Königs, was der Beweis war, den Edwin brauchte. [6] Eine Heiligenbiographie von Papst Gregor I behauptet, dass Paulinus der Fremde im Traum war. [1] Wenn das war ist, dann kann man vermuten, dass Paulinus einige Zeit am Hof von Raedwald verbrachte, [7] obwohl Beda davon nichts erzählt.

Es ist unwahrscheinlich, dass allein Paulinus Überzeugungskraft und übernatürliche Ereignisse Edwin bekehrten. Die northumbrischen Adligen scheinen bereit gewesen zu sein, und der König erhielt auch Briefe von Papst Bonifatius V, der ihn zur Konvertierung drängte. [1] Edwin und seine Anhänger wurden schließlich 627 in York getauft. Eine Geschichte berichtet, dass Paulinus, als er mit Edwin und Aethelburg in ihrem Palast in Yeavering war, 36 Tage mit dem Taufen neuer Bekehrter verbrachte. [8] Weiterhin war er auch ein aktiver Missionar in Lindsey, [9] und diese Aktivitäten zeigen die Grenzen von Edwins königlicher Autorität. [10]

Papst Gregor I hatte geplant, York zu Englands zweitem Erzbischofssitz zu machen, weshalb Paulinus dort seine Kirche gründete. [8] Er gründete auch weitere Kirchen in anderen königlichen Besitzungen. Unter denen, die von Paulinus geweiht wurden, war Hilda, Äbtissin von Whitby, ein Mitglied der königlichen Dynastie von Deira, und ihre Nachfolgerin Eanflaed, die Tochter von Edwin. Weiterhin weihte Paulinus auch als einziger römischer Bischof in England Honorius nach dem Tod von Justus zum neuen Erzbischof von Canterbury.

Edwin starb 633 in der Schlacht von Hatfield Chase im Kampf gegen Penda von Mercia und Cadwallon ap Cadfan. Edwins Niederlage und Tod führten dazu, dass Northumbria wieder in die ursprünglichen Reiche Deira und Bernicia zerbrach, und die neuen Könige kehrten zum Heidentum zurück. [11] Aethelburg floh mit ihren Kindern nach Kent zurück, und Paulinus ging mit ihr. Dort erhielt er die Diözese von Rochester, deren Bischof er bis zu seinem Tod blieb.

Kurz vor der Schlacht hatte Papst Honorius I das Pallium zu Paulinus geschickt, um ihn zum Erzbischof von York zu machen, doch es erreichte Paulinus zu spät und war somit ohne Nutzen für ihn. [1]

Paulinus starb am 10. Oktober 644 in Rochester, wo er auch begraben wurde. Sein Nachfolger Ithamar war der erste Angelsachse, der zum Bischof in England geweiht wurde. Paulinus wurde zum Heiligen erklärt, sein Feiertag ist der 10. Oktober.

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Costambeys, Marios - "Paulinus (St Paulinus) (d. 644)" in Oxford Dictionary of National Biography
  2. Beda, HE II/9
  3. 3,0 3,1 Kirby, D. P. - Earliest English Kings
  4. Hunter Blair, Peter - The World of Bede
  5. Beda, HE II/16
  6. Beda, HE II/12
  7. Yorke, Barbara - Kings and Kingdoms
  8. 8,0 8,1 Lapidge, Michael - "Paulinus" in Blackwell Encyclopedia of Anglo-Saxon England
  9. Stenton, Frank - Anglo-Saxon England
  10. Williams, Ann - Kingship and Government
  11. Beda, HE III/1
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