Paulus Catena war ein kaiserlicher Beamter im Rang eines heutigen Staatsanwalts und diente unter Kaiser Constantius II Mitte des 4. Jh. Laut Ammianus Marcellinus war seine Grausamkeit in der gesamten römischen Welt bekannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

353 n. Chr. schickte ihn der Kaiser ins Römische Britannien, um dort die subversiven Elemente zu kontrollieren, nachdem der Usurpator Magnentius besiegt worden war. Seine Methoden waren so hart, dass er den Beinamen Catena - die Kette - erhielt, da er viele Menschen in Ketten legen und durch die Straßen schleifen ließ.

Sein Auftrag in Britannien war es, die Anhänger von Magnentius in den Garnisonen ausfindig zu machen. Laut Marcellinus erweiterte er seine Suche nach seiner Ankunft und begann weitere Personen festzunehmen, oftmals mit erfundenen Anklagen und ohne Beweise. [1]

Seine Methoden waren so extrem und seine Ungerechtigkeiten so groß, dass der Vikarius von Britannien, Flavius Martinus, obwohl ein Anhänger von Constantius II, sich verpflichtet fühlte, das zu beenden. Er versuchte zunächst, Paulus zur Freilassung der Unschuldigen zu bewegen und drohte schließlich mit seiner eigenen Amtsniederlegung. Paulus weigerte sich jedoch und wandte sich gegen Martinus, erhob falsche Beschuldigungen gegen ihn und andere hochrangige Beamte. Aus Verzweiflung oder Wut griff Martinus ihn an, versagte jedoch und beging Selbstmord.

Paulus wurde danach vom Kaiser nach Ägypten geschickt, mit der Ausrede, dass die Aussage des Orakels von Besa ihn enttäuscht hatte. Paulus begann dort Verurteilungen vermutlicher Verräter.

355 erhielt er den Auftrag, die Anhänger des Usurpators Claudius Silvianus in Gallien zu jagen, wo er erneut Menschen folterte und tötete. Unter Constantius Nachfolger Julian der Apostat wurde er schließlich verurteilt und lebendig verbrannt. [1]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Ammianus Marcellinus, Res Gestae
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