Pembrokeshire - walisisch Sir Benfro - ist ein County in Wales.

In der Geschichte ist es besonders bekannt durch seine Verbindung zu Heinrich VII, der in Pembroke Castle geboren wurde, und 1485 mit seiner Invasionsarmee in Pembrokeshire landete, von wo aus er seinen Eroberungsfeldzug führte, der ihn schließlich auf den Thron von England brachte.

Zu dem Gebiet gehört der Titel Earl of Pembroke, der 1138 für Gilbert de Clare, 1. Earl of Pembroke geschaffen wurde und heute von William Alexander Sidney Herbert, 18. Earl of Pembroke, 15. Earl of Montgomery gehalten wird.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwaltungsgebiete von Wales, Stand 2009

Pembrokeshire ist das westlichste County von Wales. Es grenzt im Osten an Carmarthenshire und im Nordosten an Ceredigion, der Rest des County ist von Meer umgeben. Die wichtigsten Städte sind die Hauptstadt Haverfordwest, Pembroke, Pembroke Dock, Milford Haven, Fishguard, Tenby, Narberth, Neyland und Newport.

Pembroke Castle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pembroke Castle 2011

Pembroke Castle wurde im 11. Jh. von Roger de Montgomerie, 1. Earl of Shrewsbury erbaut. 1138 erhielt Gilbert de Clare das Schloss und wurde der erste Earl of Pembroke. 1189 erhielt William Marshal, 1. Earl of Pembroke das Schloss und erbaute die vorherige Festung aus Holz und Erde in Stein neu.

Bei der Rebellion von Owain Glendower 1400 konnte Pembroke Castle der Zerstörung entgegen, da der Verwalter Glendower mit Gold auszahlte. 1452 erhielt Jasper Tudor das Schloss, wo Margaret Beaufort, Countess of Richmond and Derby 1457 ihren Sohn Heinrich VII zur Welt brachte.

Im Ersten Englischen Bürgerkrieg erklärte sich ganz Pembroke - im Gegensatz zum restlichen Wales - für die Parlamentarier und es kam zu Belagerungen mehrerer Städte. Pembroke Castle konnte durch die rechtzeitige Ankunft parlamentarischer Truppen vor einer Zerstörung durch die Royalisten gerettet werden. Während dem Zweiten Englischen Bürgerkrieg eroberte Oliver Cromwell das Schloss nach siebenwöchiger Belagerung und ließ seine Verwalter hinrichten.

Das Schloss wurde schließlich verlassen und begann zu verfallen. 1880 begann ein dreijähriges Projekt zur Wiederherstellung, doch erst 1928 wurden diese Arbeiten weiter fortgeführt und inzwischen befasst sich eine Stiftung mit dem Erhalt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Pembrokeshire war schon seit 125.000 v. Chr. bewohnt. Es gibt unzählige prähistorische und noch frühere neolithische Überreste.

Aus der Zeit des Römischen Britannien gibt es nur wenige Hinweise auf eine römische Besetzung. Die Geographia von Ptolemäus erwähnt einige Orte, die inzwischen mit dem Fluss Teifi und dem heutigen St. David's Head identifiziert wurden, doch die meisten römischen Schreiber erwähnten das Gebiet nicht.

Überlieferungen zufolge gründete Magnus Maximus Haverfordwest und nahm von dort ein großes Kontingent an Männern mit für seine Kämpfe auf dem Kontinent 383, zusammen mit den römischen Truppen im Süden von Wales. Dies hinterließ eine Verteidigungslücke, die bald von irischen Einwanderern aufgefüllt wurde.

In der sub-römischen Zeit zwischen 350 und 400 siedelte sich ein irischer Stamm, der als die Deisi bekannt ist, in der Region an, die bei den Römern Demetae hieß. Die Deisi verschmolzen mit den ansässigen Walisern, und der Name des Gebietes wurde später als Dyfed, das vom 5. Jh. bis 904 als unabhängiges Kleinkönigreich existierte.

604 heiratete Hywel Dda Elen ferch Llywarch ap Hyfaidd, das einzige Kind des letzten Königs von Dyfed, und verschmolz das Königreich mit seinem eigenen, Seisyllwg, zu Deheubarth.

Zwischen der römischen Zeit und der Normannischen Periode war diese Region oft Ziel von Wikingerüberfällen, die Siedlungen und Handelshäfen in Haverfordwest, Fishguard und anderen Orten gründete.

Nach der Normannischen Eroberung von England blieb Dyfed eine Provinz von Deheubarth, doch seit 1067 begannen Normannen und Flamen das Gebiet zu überfallen. Nachdem ein normannisches Schloss im Cantref Penfro erbaut worden war, wurde die Region schließlich als Pembroke bekannt.

Die Historischen Counties von Wales, wie sie mit den Laws in Wales Acts entstanden.

1136 besiegte Owain Gwynedd ap Gruffydd eine normannisch-flämische Armee und fügte Deheubarth als ganzes seinem Königreich Gwynedd hinzu. 1138 wurde das Gebiet als Pembrokeshire zu einem County Palatine, das heißt zu einer vererbbaren Grafschaft, regiert von einem Adligen mit besonderer Autorität und einer gewissen Autonomie. Das Gebiet war danach immer wieder Ziel von Kämpfen, die es Gwynedd, oder den Normannen hinzufügen wollten. 1216 entstand die Principality of Wales, bei der der Großteil der Gebiete von der englischen Krone annektiert und mit England vereinigt wurden. Pembrokeshire war dabei eine der Welsh Marches.

Der Laws in Wales Act 1535 integrierte offiziell ganz Wales in das Königreich England und teilte das County in sieben Hundertschaften, die im ganzen etwa den Cantrefi von Dyfed vor der Normannischen Eroberung entsprachen: Cilgerran (früher Emlyn), Cemais, Dewisland (früher Pebidiog), Roose (früher Rhos), Castlemartin (früher westliches Penfro), Narberth (früher Teile von Penfro und Gwarthaf) und Dungleddy (früher Deugleddyf).

Während des Ersten Englischen Bürgerkrieges unterstützte das County stark die Parlamentarier, im Gegensatz zum restlichen Wales, das stark Royalistisch war. Dennoch war es ein Vorfall in Pembrokeshire, der später den Beginn des Zweiten Englischen Bürgerkriegs zur Folge hatte, als die örtlichen Einheiten der New Model Army meuterten. Oliver Cromwell schlug den Aufstand bei der Belagerung von Pembroke im Juli 1648 nieder. Am 13. August 1649 begann die Cromwellianische Eroberung von Irland, mit der Abreise der New Model Army aus Milford Haven.

Der Local Government Act 1972 führte zur Bildung des neuen County von Dyfed, wobei Pembrokeshire in die Distrikte South Pembrokeshire und Preseli unterteilt wurde. Mit dem Local Government Act 1994 wurde das County wieder zu einer Unitary Authority, und ist es seit dem auch geblieben.

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