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Perfeddwlad oder Y Berfeddwlad - walisisch für Midlands - war im 12. Jh. der Name für die walisischen Gebiete zwischen den Flüssen Conwy und Dee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühmittelalter war die Region als Tegeingl bekannt, nach dem keltischen Stamm der Deceangli, die das Gebiet seit dem 1. Jh. vor Christus bewohnt hatten. [1] [2] Diese Region ist auch als Gwynedd Is Conwy (Gwynedd unter dem [Fluss] Conwy) oder Lower Gwynedd bekannt, im Gegensatz zu Gwynedd Uwch Conwy (über dem Conwy) oder Upper Gwynedd. [3] Das Gebiet bestand aus den Cantrefi Rhos, Rhufoniog, Dyffryn Clwyd und Tegeingl.

Als die Rivalität zwischen Gwynedd, Powys und England sich im Hochmittelalter entwickelte, wurde das Gebiet im walisischen als das Y Berfeddwlad bekannt, das Mittlere Land, da es sich zwischen dem oberen Gwynedd im Westen, England im Osten und Powys im Süden befand.

Kurz nach dem Tod von Owain Gwynedd ap Gruffydd wurde sein Sohn und Erbe Hywel durch seine Stiefmutter vertrieben und durch seine Stiefbrüder Rhodri, Maelgwn und Dafydd ersetzt, die gemeinsam regierten. Doch innerhalb eines Jahres zerstritten sie sich, wodurch Maelgwn gezwungen war, nach Irland zu fliehen, während Dafydd und Rhodri Gwynedd schließlich unter sich aufteilten. Anglesey und Perfeddwlad gingen an Dafydd.

1194 besiegte Llywelyn Fawr ap Iorwerth, der hochrangigste Erbe von Owain Gwynedd (als ältester Sohn von Iorwerth ap Owain Gwynedd, dem zweitältesten Sohn von Owain) Dafydd in der Schlacht von Aberconwy und übernahm Perfeddwlad. Nach Rhodris Tod im folgenden Jahr übernahm Gruffydd ap Cynan ap Owain Gwynedd, ein weiterer Enkel von Owain Gwynedd, die Reste von Gwynedd. Als Gruffydd schließlich 1200 starb, erbte Llywelyn diese Gebiete ebenfalls.

Llywelyn erweiterte seinen Herrschaftsbereich noch mehr und konnte schließlich ganz Wales unter sich vereinen, doch nach seinem Tod fiel sein Schwager Heinrich III von England für einige Zeit in Perfeddwlad ein, um Llywelyns Sohn Dafydd durch den Vertrag von Gwerneigron dazu zu zwingen, seine Autorität über Gwynedd zu verringern. Heinrich nahm Dafydds Bruder Gruffydd als Geisel, um damit Dafydd zur Kooperation zu zwingen, denn Gruffydds Freilassung hätte Dafydds Thronanspruch bedroht.

Nachdem Gruffydd bei einem Fluchtversuch einige Jahre später gestorben war, verbündete sich Dafydd gegen Heinrich, was 1245 dazu führte, dass die Engländer in Wales einfielen. Dafydd starb im folgenden Jahr ohne Erben, doch der Krieg wurde von Gruffydds Söhnen bis 1247 weiter geführt. Sie schlossen Frieden mit dem König und es kam zum Vertrag von Woodstock. Dieser gab Heinrich die Macht über Perfeddwlad, das er seinem eigenen Sohn Edward I übergab, während der Rest von Gwynedd zwischen Gruffydds Söhnen Llywelyn Ein Llyw Olaf ap Gruffydd und Owain Goch ap Gruffydd aufgeteilt wurde.

Nach einem Jahrzehnt baten die Bewohner von Perfeddwlad Llywelyn um Hilfe, da sie sich von Edward nicht gut behandelt fühlten. Llywelyn war selbst verärgert über die Engländer, denn Heinrich III hatte versprochen, Gwynedd erneut zu teilen, sobald Llywelyns jüngster Bruder Dafydd ap Gruffydd ap Llywelyn erwachsen geworden war. Somit fiel Llywelyn 1256 in Perfeddwlad ein und übernahm es. Versorgungsprobleme führten zu einer Reihe von Niederlagen für die Engländer, die ihren Feldzug schließlich aufgeben mussten, da sich inzwischen ernsthafte Konflikte zwischen dem König und seinen Baronen ergeben hatten. 1269 war die Autorität des Königs über das ganze Königreich geschwächt, und Llywelyns Erfolge in der Zwischenzeit führten zum Vertrag von Montgomery, in dem Heinrich Llywelyns Anspruch auf Perfeddwlad anerkannte und seine Herrschaft über den Rest von Wales. Damit erkannte er Llywelyn gleichzeitig auch als Prince of Wales an.

1275 heiratete Llywelyn Eleanor de Montfort, Princess of Wales, die Tochter von Heinrichs größtem Feind, und Edward I, der jetzt König von England war, verlangte eine persönliche Erklärung von Llywelyn. Dieser weigerte sich, zu erscheinen, da überzeugt davon war, nicht sicher zu sein, und Edward erklärte ihn zu einem Rebellen. 1277 griff er Gwynedd an und versuchte Llywelyn abzusetzen. Sobald Edward Perfeddwlad und Anglesey erobert hatte (das der Hauptversorger für Llywelyns Truppen war), bemühte Llywelyn sich um Frieden und es kam zum Vertrag von Aberconwy.

Perfeddwlad wurde zwischen Edward und Llywelyns Bruder Dafydd, der in diesem Kampf auf Edwards Seite gestanden hatte, aufgeteilt. Llywelyn erhielt die Erlaubnis, den Rest von Gwynedd zu regieren und er erhielt auch Anglesey zurück. Weiterhin wurde der Titel Prince of Wales nur noch auf einen Namen reduziert und hielt nicht länger irgend eine Autorität. Alle niedrigeren Herrscher in Wales hatten Llywelyn gegenüber keine Gehorsamspflicht mehr. Edward behielt die küstennahen Cantrefi von Perfeddwlad, während Dafydd Rhufoniog und Dyffryn Clwyd erhielt.

Dennoch waren die walisischen Prinzen, die Edward unterstützt hatten, 1281 desillusioniert und 1282 griff Dafydd die englischen Schlösser Hawarden und Rhuddlan an, womit er im Rest von Wales systematische Gewaltausbrücke gegen die Engländer in Gang setzte. Llywelyn entschied sich, seinen Bruder zu unterstützen und Edwards Reaktion war heftig. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, Llywelyn in der Schlacht getötet und Dafydd gefangen genommen, von Edwards Parlament verurteilt und starb den Verrätertod. Gwynedd wurde aufgelöst, seine Relikte und Güter nach Westminster gebracht und Dafydds Söhne wurden für den Rest ihres Lebens eingesperrt.

Nach dem Statut von Rhuddlan 1284 verband man Rhos und Rhufoniog zur neuen Grafschaft Denbigh, die Henry de Lacy, Earl of Lincoln erhielt. Dyffryn Clwd wurde die Grafschaft Ruthin und ging an Reginald de Grey, 1. Baron Grey de Wilton. Tegeingl wurde die Grafschaft Englefield und der Hauptteil des späteren County Flint unter der Schirmherrschaft des Palatinats von Chester.

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. "Kingdoms of British Celts - Gangani & Deceangli (Decangi)". www.historyfiles.co.uk.
  2. Im 1. Jh. v. Chr. siedelte der irisch-gälische Stamm der Gangani in ganz Wales, doch die Ordovicer besetzten das nordwestliche Wales und trennten damit den Stamm in zwei Hälften. Die Gangani im Osten wurden im lateinischen als Deceangli bekannt, was sich im Frümittelalter schließlich zu Tegeingl änderte.
  3. Lloyd, Sir John Edward (October 29, 1912). "A History of Wales from the Earliest Times to the Edwardian Conquest"
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