Plegmund war Erzbischof von Canterbury von 890 bis 914 oder 923. Er wurde nach seinem Tod heilig gesprochen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plegmund stammte aus Mercia, doch abgesehen davon ist nichts von seinem früheren Leben bekannt. [1] Eine Überlieferung, die 300 Jahre nach seinem Tod geschrieben wurde, [2] besagt, dass Plegmund als Eremit in Plemstall in Cheshire lebte. [1] [3] Sein Ruf als Gelehrter [4] erregte die Aufmerksamkeit von König Alfred der Große, der versuchte, die Gelehrsamkeit wiederzubeleben. [5] Irgendwann vor 887 rief Alfred Plegmund an seinen Hof. Dort arbeitete er mit drei anderen Gelehrten - Waerferth, Bischof von Worcester, Aethelstan und Waerwulf - an der Übersetzung einer Abhandlung von Papst Gregor dem Großen ins Altenglische. [1]

890 wurde Plegmund von König Alfred für die Diözese von Canterbury gewählt. [6] Seine Wahl zum Erzbischof ist in einem der Manuskripte der Angelsächsischen Chronik enthalten: "Hier wurde Erzbischof Plegmund von Gott und dem ganzen Volk gewählt". [7] [8] Fulk, Erzbischof von Reims, pries die Wahl von Plegmund und sagte, dass dies helfen würde, die letzten Überreste des Heidentums im Volk auszurotten. [9] Dennoch gibt es eine Lücke zwischen dem Tod des vorherigen Erzbischofs Aethelred und der Weihung von Plegmund. Dies könnte daran liegen, dass die Diözese Grimbald angeboten worden war, einem flämischen Mönch und Gelehrten, der sie abgelehnt hatte. [4] [10] Plegmund erhielt sein Pallium von Papst Formosus. [1]

Im 9. Jh. war die Diözese von Canterbury an einem niedrigen Punkt angelangt. Eine von Plegmunds Aufgaben war es, seine Autorität wieder aufzubauen und ein Versuch dazu war, dass er zwischen 909 und 918 neue Diözesen in der existierenden Diözese von Winchester gründete: Crediton, Ramsbury, Sherborne und Wells. Dies bedeutete, dass jeder zukünftige Shire von Wessex seinen eigenen Bischof hatte. Crediton für Devon und Cornwall, Ramsbury für Wiltshire, Sherborne für Dorset und Wells für Somerset. Außerdem die Diözese von Winchester für Hampshire. [11] Er musste sich dafür die Erlaubnis von Papst Sergius III einholen, der alle Erlasse von Papst Formosus annulliert hatte, und 908 reiste Plegmund nach Rom, so dass er sich sein Pallium erneut gewähren lassen konnte. Er war der erste Erzbischof von Canterbury, der nach fast einem Jahrhundert wieder Rom besuchte, und kehrte mit den Reliquien des Hl. Blaise zurück. [1]

Während Plegmunds Amtszeit verbesserte sich die Qualität des von den Schreibern genutzten Lateins und übertraf damit das der Schreiber unter seinen beiden Vorgängern Ceolnoth und Aethelred. [1] Als Alfred der Große 899 starb, krönte Plegmund seinen Sohn Edward zum neuen König. [5]

Zusätzlich zu seinen religiösen Pflichten war Plegmund an Staatsangelegenheiten beteiligt und nahm an den Konzilen teil, die von Edward dem Älteren 901, 903, 904 und 909 abgehalten wurden. 909 weihte er den hohen Turm des New Minster in Winchester ein. [1]

Plegmund starb am 2. August 914 [1] oder 923. [5] [12] Nach seinem Tod wurde er als Heiliger verehrt, der 2. August wurde sein Feiertag. Doch sein Kult begann erst im 13. Jahrhundert. [13]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Wareham, Andrew (2004). "Plegemund (d. 914)". Oxford Dictionary of National Biography.
  2. Brooks, Nicholas (1984). The Early History of the Church of Canterbury: Christ Church from 597 to 1066
  3. Der Name Plegmund ist selten und Plemstall bedeutet "heiliger Ort des Plegmund". Der Name der Insel wurde im frühen 12. Jh. zum ersten mal aufgezeichnet und es ist möglich, dass die Überlieferung wahr ist.
  4. 4,0 4,1 Hindley, Geoffrey (2006). A Brief History of the Anglo-Saxons: The Beginnings of the English Nation
  5. 5,0 5,1 5,2 Keynes, Simon (2001). "Plegmund". In Lapidge, Michael; Blair, John; Keynes, Simon; Scragg, Donald (eds.). The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England
  6. Stenton, Frank (1971). Anglo-Saxon England
  7. Swanton, Michael, ed. (1998). The Anglo-Saxon Chronicle
  8. ASC, Jahr 890
  9. Duckett, Eleanor Shipley (1956). Alfred the Great: The King and his Kingdom
  10. Abels, Richard (1998). Alfred the Great: War, Kingship, and Culture in Anglo-Saxon England
  11. Stafford, Pauline (1989). Unification and Conquest: A Political and Social History of England in the Tenth and Eleventh Centuries
  12. ASC, Jahr 923
  13. Farmer, David Hugh (2004). Oxford Dictionary of Saints
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