Als Poppleton Manuscript (PM) bezeichnet man einen im 14. Jh. entstandenen Kodex, der möglicherweise von Robert of Poppleton [1] zusammengestellt wurde. Das Manuskript enthält unzählige Werke wie eine Weltkarte mit Index und Werke von Orosius, Geoffrey of Monmouth und Gerald of Wales. Es befindet sich derzeit in der Bibliothèque Nationale in Paris.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Manuskript ist berühmt, denn es enthält sieben aufeinanderfolgende Dokumente, die das mittelalterliche Schottland betreffen und von denen einige nur in diesem Manuskript existieren. Sie werden als wichtige Quellen angesehen. Die ersten sechs wurden möglicherweise im frühen 13. Jh. in Schottland zusammengestellt:

  1. De Situ Albanie - scheint eine Einleitung für die folgenden fünf oder sechs Texte darzustellen. Existiert nur im PM.
  2. Coronica de origine antiquorum Pictorum (Chronik der Ursprünge der antiken Pikten) - ein Teil der Pictish Chronicle. Enthält Auszüge aus den Schriften von Isidore von Sevilla und Nennius (Historia Brittonum).
  3. Eine piktische Königsliste, die auch in der Pictish Chronicle zu finden ist. Enthält eine mythologische Eröffnung, die in vielen anderen piktischen Königslisten nicht zu finden ist. Anders als andere Königslisten bricht sie bei der Thronbesteigung von Kenneth I mac Alpin ab. Entstand vermutlich in Abernethy, was durch die Existenz einer zweifelhaften Gründungs-"Urkunde" des dortigen Klosters belegt ist, die angeblich von König Nechtan II mac Erb (fl. frühes 7. Jh.) ausgestellt wurde und diesen Nectonius magnus filius Uuirp [2] nennt.
  4. Chronik der Könige von Alba - eine kurze Chronik von Kenneth I mac Alpin (✝ 858) bis Kenneth II mac Mael Coluim (✝ 995). Die einzige existierende Kopie, wie die De Situ.
  5. Eine Liste von Königen von Dal Riata und Schottland, beginnend mit Fergus Mor mac Erc bis Wilhelm I der Löwe.
  6. Einen Stammbaum von Wilhelm I, der seine Vorfahren bis zu Adam zurück verfolgt. Es handelt sich nur um einen Bericht oder eine Teilübersetzung eines gälischen Stammbaums, in dem mac und meic mit filius und filii ersetzt wurden.
  7. Eine Gründungslegende des Klosters St. Andrews. Diese wurde vermutlich nicht vom Autor der De Situ im 13. Jh. hinzugefügt, denn sie passt logisch nicht zu den anderen sechs Dokumenten und steht auch nicht in Verbindung mit den Legenden oder Themen in der De Situ.

Der Wert dieses Manuskripts wurde in den Veröffentlichungen von Skene [3], Anderson [4] und dessen Frau Marjory Anderson [5] dargestellt. Dutzende von Artikeln wurden im letzten halben Jahrhundert über verschiedene Aspekte des schottischen Inhalts geschrieben, aber Studien über das gesamte Manuskript sind seltener geworden.

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Karmeliten-Mönch, Prior von Hulne bei Alnwick
  2. Nechtan der Große Sohn von Uuirp
  3. Skene, William Forbes. Chronicles of the Picts and Scots: And Other Memorials of Scottish History (1867)
  4. Anderson, A. O.Early Sources of Scottish History: AD 500-1286 (1923)
  5. Anderson, M. O.Kings and Kingship in Early Scotland (1973)
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