Geschichte der Britischen Monarchie Wiki
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Vor etwa zehntausend Jahren fand die dauerhafte Besiedlung der britischen Inseln statt. Aus dieser sehr frühen Zeit bezeugen nur archäologische Funde die mögliche Lebensweise und Kultur seiner Bewohner. Diese Funde zeigen, dass die Inseln schon in der Altsteinzeit - einer Periode zwischen 750.000 und 8300 Jahren v.Chr. - besiedelt waren. Doch eine Abfolge von Eis- und Warmzeiten zwang die damaligen Bewohner, die Inseln zu verlassen.

Besiedelung der Britischen Inseln in der eisfreien Periode des Ärmelkanals während der Weichsel-Würm-Kaltzeit. Das Doggerland war über Jahrtausende ein Refugium und Durchzugsgebiet für eiszeitliche Jäger und Sammler. Vergleich der geographischen Situation im Jahre 2.000 zu den späten Jahren der Weichsel-Würm-Eiszeit

Etwa vor 700.000 Jahren war Britannien durch eine Landbrücke mit dem Kontinent verbunden, der Ärmelkanal eher ein Fluss, aus dessen Nebenflüssen sich später die Themse und die Seine bildeten. Man kann Großbritannien als vorgelagerte Halbinsel ansehen.

Mehrere Eis- und Warmzeiten sorgten für Aus- und Einwanderungswellen der frühen Menschen, was sich durch verschiedene archäologische Funde belegen lässt. Zu dieser Zeit war Britannien eher eine baumlose Tundra, doch nach einer letzten Eiszeit vor ca. 13.000 Jahren kehrte der moderne Mensch in das Gebiet zurück, das sich inzwischen durch wärmeres Klima in waldreiche Gegend gewandelt hatte.

6000 bis 1000 v. Chr.[]

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Seven Ages of Britain 1of7 The First Age 6000 BC–1000 BC With Bettany Hughes Documentaries

Die Menschen dieser Zeit waren Jäger und Sammler. Archäologische Funde zeigen, dass ihre Waffen für diese Zwecke äußerst spezialisiert und effektiv waren. Forschungen haben ergeben, dass der frühere Glaube, es hätte sich um Nomaden gehandelt, falsch ist. Man kann eher davon ausgehen, dass die Menschen verschiedene Gebiete zu verschiedenen Jahreszeiten bewohnten, auch wenn man dennoch nicht sagen kann, dass sie tatsächlich feste Wohnsitze hatten.

Mit der Zeit verringerte sich der Wildbestand durch die Jäger und die Menschen waren gezwungen, die Nutztierhaltung einzuführen. Sie begannen, sich feste Wohnsitze zu schaffen und zu dieser Zeit begann auch ein Austausch mit den Bewohnern auf dem Kontinent. Tatsächlich waren die Verbindungen nicht selten und es fand ein Kulturaustausch statt. Entgegen früherer Meinungen war die Übernahme verschiedener Traditionen und Bräuche vom Festland laut heutigen Forschern nicht durch Zwang erfolgt.

Weiterhin zeigte der Fund eines Mittelsteinzeitlichen Skeletts (um 3900 v. Chr.), dass es nicht mehrere Einwanderungswellen nach Großbritannien gab, wie man eine Zeit lang vermutet hatte, denn die DNA, die man dem Skelett entnehmen konnte, zeigte eine Herkunft von einem weit älteren Skelett (ca. 9000 Jahre).

Durch befestigte Wohnsitze, Tierhaltung und Ackerbau sicherten sich die Menschen dieser Zeit ihre Nahrungsmittel und die Bevölkerung wuchs an. Funde zeigen Siedlungen mit bis zu fünfhundert Einwohnern. Weiterhin zeigen archäologische Funde Veränderungen in der Kultur und im Glauben. Während die frühzeitlicheren Bewohner ihre Toten auf überirdischen Holzgestellen verwesen ließen - man geht davon aus, dass sie somit ihr Territorium markierten und ihre Herkunft darstellen wollten - scheint etwas ihren Götterglauben irgendwann verändert zu haben. Um 3900 v. Chr. herum begann man mit der Errichtung von Monumenten und Grabhügeln, denen Geschenke beigelegt wurden.

Um 2500 herum begannen die Menschen, Metalle zu verarbeiten und Funde zeigen, dass die Gesellschaft gewalttätiger wurde. Anfänglich wurden Kupferwaffen hergestellt, später ging man zu Bronze über, das härter und widerstandsfähiger war.

Aus dieser Zeit stammen auch Bauwerke wie Stonehenge, die die großartigen Fähigkeiten dieser Menschen als Ingenieure zeigen.

1500 v.Chr. bis 43 n.Chr.[]

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Seven Ages of Britain Episode 2-The Seven Ages of Britain 1500 BC– 43AD

Zu dieser Zeit exportierten die Menschen Zinn, das auf der Insel weit verbreitet war und Verbindungen zum Kontinent lassen sich auch dadurch nachweisen. Außerdem zeigen Grabfunde die Goldverarbeitung dieser Kultur. Um 1200 v. Chr. scheint es eine Masseneinwanderung nach Großbritannien gegeben zu haben und die Zinnexporte blieben aus, was Auswirkungen bis in den Nahen Osten hatte und dort zum Zusammenbruch mehrerer Reiche führte.

Die bedeutendste der Invasionen war die der Kelten um 800 v. Chr., und den Einwanderern gelang es innerhalb weniger Jahrhunderte, die vollständige Kontrolle über die Britischen Inseln inklusive Irland zu erlangen. Die sich dort ansiedelnden Stämme waren verwandt mit den gallischen und belgischen Stämmen des Festlands, doch ihre Namen sind nicht bekannt. Nur aus keltischen Legenden, die bis heute erhalten geblieben sind, kann man einige Vermutungen anstellen.

Die letzte der sechs Invasionswellen war die der Milesier oder Söhne von Milesius, die aus Spanien kamen. Sie trafen auf die Tuatha de Danann, die Bewohner Britanniens zu dieser Zeit, die seit dem als das Feenvolk bekannt sind. Die Tuatha sollen verschiedene magische Fähigkeiten benutzt haben, um die Milesier zu vertreiben, doch ohne Erfolg. Die Milesier siedelten sich fest in Irland an und es gab anscheinend zwei Herrscher: Eremon und Eber Finn. Man entschied, dass Eremon zuerst herrschen sollte, doch Eber Finn forderte ihn heraus, gewann den Kampf und wurde schließlich der erste Herrscher von ganz Irland. Den Überlieferungen zufolge sollen diese Ereignisse zwischen 1000 und 800 v. Chr. stattgefunden haben.

Andere Legenden stammen von Geoffrey of Monmouth, der in seiner Historia Regum Britanniae einen etwas anderen Ablauf der Ereignisse darstellt. Ihm zufolge war der erste König von Britannien Brutus I, der ein Nachfahre des Helden Aeneas von Troja gewesen sein soll. Brutus floh nach dem Mord an seinem Vater nach Britannien, das zu dieser Zeit nur von "einigen wenigen Riesen" bewohnt wurde. Neuste Erkenntnisse haben die Belagerung von Troja auf etwa 900 v. Chr. datiert, weshalb man davon ausgehen kann, dass Geoffreys Brutus zwischen 800 und 700 v. Chr. gelebt haben muss.

Beide Geschichten haben viel gemeinsam mit der Ankunft der Kelten und man kann zweifellos annehmen, dass die Geschichten auf Überlieferungen beruhen: die einheimischen Bewohner Britanniens mit ihrer "Magie" und ihren Steinkreisen müssen den Invasoren wie Riesen oder Feenvolk vorgekommen sein.

Um 750 v. Chr. erreichte die Technik der Eisenverarbeitung Großbritannien und revolutionierte viele Lebensbereiche, unter anderem auch die Landwirtschaft, die nun viel einfacher zu bewältigen war mit den härteren und effizienteren Eisenwerkzeugen. Auch die Waffen wurden besser und effizienter und die Schmiedekunst machte große Fortschritte. Die Schmuckverarbeitung war ebenfalls hoch entwickelt und die Erzeugnisse wurden auf den Kontinent exportiert.

Die keltischen Überlieferungen haben noch lange die Namen verschiedener großer Könige lebendig gehalten und es gibt viele Geschichten über die keltische Besiedelung von Irland. Eine Geschichte, die etwa aus dem Jahr 330 v. Chr. stammt, erzählt von Fergus, Hochkönig von Irland. Eine weitere berichtet von Cruithne, dem Ahnherren der Pikten, wie er von Irland nach Britannien übersiedelte und wie seine Söhne die sieben Provinzen der Pikten bildeten. Somit kann es nur wenig Zweifel geben, dass es starke Verbindungen zwischen den irischen und britischen Kelten gab, die auch noch während der römischen Besiedlung angehalten haben.

Im vierten Jahrhundert umsegelte der griechische Navigator Pytheas Britannien und erklärte später, dass es auf der Insel viele Könige gab. Er besuchte auch die Zinnminen in Cornwall; die Briten trieben zu dieser Zeit schon Handel mit den Römern und Griechen, weshalb Britannien als die Zinninseln bekannt war.

Keltische Stämme im Süden Englands zur Römerzeit.

Doch mit den besseren Waffen kamen auch Kämpfe. Die Menschen dieser Zeit hatten sich inzwischen zu Stämmen zusammengeschlossen, die ihre eigenen Gebiete gegen einander verteidigen mussten. Weiterhin war die Landwirtschaft weit fortgeschritten und man produzierte beinahe im industriellen Ausmaß. Römische Berichte zeigen, dass weiterhin Jagdhunde, Tierhäute und Sklaven auf den Kontinent exportiert wurden. Verschiedene Einwanderungswellen brachten außerdem neue Fertigkeiten; um 175 v. Chr. kam mit einwandernden Galliern Töpfer auf die Insel, deren Fähigkeiten denen der Einwohner weit überlegen waren.

Um 100 v. Chr. hatte schließlich das Münzwesen Einzug auf die Inseln gefunden, inspiriert von römischen Münzen; dargestellt wurden jedoch lokale Herrscher. Aber der Wohlstand der Inseln machte die expandierenden Römer begierig auf die Schätze Britanniens.

Zeitleiste[]

Schienbeinknochen des Boxgrove-Skeletts. Der Knochen gehört zum Homo heidelbergensis, einem ausgestorbenen Verwandten des heutigen Menschen. Nur zwei Teile des Schienbeins und zwei Zähne wurden gefunden.

  • c. 950.000 oder 840,000 v. Chr.
    • Bearbeitete Feuersteine in südost-Britannien [1]
  • c. 800.000 v. Chr.
    • frühe Feuersteinbearbeitung bei Happisburgh, Norfolk
  • c. 700.000 v. Chr.
    • Frühe Feuersteinbearbeitung bei Pakefield, Suffolk
  • c. 500.000 v. Chr.
    • Die ältesten bekannten menschlichen Überreste, die in Britannien gefunden wurden, stammen aus Eartham Pit, Boxgrove, West-Sussex und wurde deshalb Boxgrove-Mensch getauft.
  • c. 250.000 v. Chr.
    • Die zweitältesten menschlichen bekannten Überreste, die in Britannien gefunden wurden, bekannt als Swanscombe Man (tatsächlich handelt es sich um eine Frau). [2]
  • c. 180.000 v. Chr.
    • Der Englische Kanal bildet sich und trennt Britannien vom Kontinent. [3]
  • c. 26.000 v. Chr.
  • c. 10.800 v. Chr.
    • Eine Feuerstein-Pfeilspitze wird in Islay gefunden, der einzige Fund aus der Mittelsteinzeit in Schottland.
  • c. 10.000 v. Chr.
    • Die letzte Eiszeit endet. [2]
    • Steinwerkzeuge der Ahrensburger Kultur werden in Schottland gefunden, möglicherweise Überreste eines Sommerlagers reisender Jäger, die die Küste in Boten umrundeten.
  • c. 8500 v. Chr.
    • Überreste eines Lagers, das mehr als 3000 Artefakte lieferte, inklusive 300 Steinwerkzeuge, werden bei Cramond (nahe Edinburgh) gefunden.
  • c. 8300 v. Chr.
  • c. 8240 v. Chr.
    • Die Überreste des ältesten Hauses in Schottland werden bei South Queensferry (westlich von Edinburgh) gefunden, vermutlich war es während der Wintermonate bewohnt.
  • c. 8000 v. Chr.
    • Der möglicherweise älteste Kalender der Welt wird bei Warrenfield, Aberdeenshire gefunden.
  • c. 7150 v. Chr.
    • Cheddar Man, das älteste, vollständig erhaltene Skelett, das in Britannien gefunden wurde.
  • c. 6000 v. Chr.
    • Die Storrega-Rutschung verursacht einen Tsunami, der 25 m über die normale Flut steigt. Es wurden Hinweise auf breite Küstenverwüstung gefunden, besonders im Norden und Osten Schottlands.

Stonehenge

  • c. 4000 v. Chr.
    • Die Jungsteinzeit beginnt in Britannien und mit ihr die erste Landwirtschaft. [2]
  • c. 3000 v. Chr.
    • Die ersten Henge-Monumente entstehen. [2]
  • c. 2700 v. Chr.
    • Maes Howe, ein großer und einzigartiger mit Kammern versehener Hügel (Cairn) und ein Ganggrab werden bei Orkney gefunden. Beide sind so hinter einander gebaut, dass die Wintersonnenwende die zentrale Kammer erleuchtet. Sie wurden von Wikingern geplündert, die eine der größten Sammlungen von Runeninschriften der Welt auf den Wänden hinterließen.
  • c. 2600 v. Chr.
    • Die Hauptbauphase von Stonehenge beginnt, man ersetzt frühe Holz- und Erdarbeiten.

Verbreitung der Glockenbecherkultur in Europa.

  • c. 2500 v. Chr.
    • Auf Orkney entstand der Ring vorn Brodgar, ein Steinkreis von 104 m Durchmesser, der geschätzte 80.000 Stunden Arbeitszeit (ca. 40 Jahre) brauchte.
  • c. 2300 v. Chr.
  • c. 1800 v. Chr.
    • Die Wessex-Kultur bringt die Bronze-Bearbeitung nach Britannien. [2]
  • c. 1600 v. Chr.
    • Letzte Bauarbeiten an Stonehenge.
    • In Cladh Hallan (Äußere Hebriden) werden die einzigen prähistorischen Mumien des Vereinigten Königreichs gefunden.
  • c. 1400 v. Chr.
    • Die Wessex-Kultur wird von Menschen ersetzt, die mehr Landwirtschaft betreiben. Steinkreise und frühe Hügelfestungen entstehen. [2]

Details des Battersea-Schildes, später La-Tène-Stil.

  • c. 800 v. Chr.
  • c. 400 v. Chr.
    • Parisi-Stämme aus dem nördlichen Frankreich siedeln sich in Yorkshire an. [2]
    • Die ersten Broch werden konstruiert. [2]
  • c. 330 v. Chr.
    • Pytheas von Massilia umfährt Britannien. [2]
  • c. 300 v. Chr.
    • Zeichnungen aus der La-Tène-Zeit werden aus Nordfrankreich eingeführt. [2]

Anmerkungen[]

 


Zeitleiste

Prähistorisches Britannien
***
Römisches Britannien
100 - 1 v.Chr.1 - 100 n. Chr.101 - 200 n. Chr.201 - 300 n. Chr.301 - 400 n. Chr.
Angelsächsische Eroberung und Wikingerzeit
401 - 500 n. Chr.501 - 600 n. Chr.601 - 700 n. Chr.701 - 800 n. Chr.801 - 900 n. Chr.901 - 1000 n. Chr.
Normannische Eroberung und Herrschaft
1001 - 1100 n. Chr.1101 - 1200 n. Chr.1201 - 1300 n. Chr.1301 - 1400 n. Chr.
Neuzeit
1401 - 1500 n. Chr.1501 - 1600 n. Chr.1601 - 1700 n. Chr.1701 - 1800 n. Chr.1801 - 1900 n. Chr.1901 - 2000 n. Chr.

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