Ein Prätendent ist jemand, der in der Lage ist, Anspruch auf eine Position oder einen Rang zu erheben, die/der von jemand anderem gehalten wird, der mehr Anspruch darauf hat, oder deren Macht zu diesem Zeitpunkt von einer anderen Person oder Autorität ausgeführt wird. Meistens bezieht sich die Bezeichnung auf einen früheren Monarchen oder einen Nachfahren von diesem, dessen Thron von einem Rivalen besetzt oder beansprucht wird oder abgeschafft wurde.

Das ursprüngliche Wort Prätendent stammt vom französischen prétendre ab, und dieses wiederum vom lateinischen praetendo, das "sich davor ausstrecken" bedeutet. Es bedeutete ursprünglich, "vorbringen", "behaupten" oder "beanspruchen". Ein Prätendent war damit einfach jemand, der einen Anspruch auf einen Titel vorbrachte oder behauptete, ein Anspruchsteller. Er später erhielt das Wort seine heutige Bedeutung, im Sinne davon, einen falschen Anspruch zu stellen.

Heute bezieht sich das Wort auf Anspruchsteller mit möglicherweise authentischen Rechten (wie die verschiedenen Prätendenten der Rosenkriege, die den tatsächlichen König als Usurpator ansahen). Es kann sich auch auf den Besitz eines möglichen Rechts auf eine Position beziehen, von jemandem, der dies nicht aktiv beansprucht, wie auch auf Hochstapler mit vollständig erfundenen Ansprüchen (wie die Prätendenten für Heinrich VII's Thron, Lambert Simnel und Perkin Warbeck). Letztere nehmen oft die Identität verstorbener oder vermisster königlicher Personen an, um ihren Anspruch zu stützen, und werden manchmal zu Übersichtlichkeit als Falsche Prätendenten oder Königliche Hochstapler bezeichnet. Ein Prätendent auf den Titel des Papstes wird als Gegenpapst bezeichnet.

Liste von Prätendenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

England, Schottland und Irland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Hinrichtung des katholischen Stuart-Königs Charles I 1649 wurde sein Sohn Charles II Prätendent, bis er 11 Jahre später auf den Thron zurückkehren konnte. Charles II starb 1685 und sein Bruder James II und VII wurde König. Er war der letzte katholische Monarch von England, Schottland und Irland. James wurde während der Glorreichen Revolution 1688 abgesetzt und verbrachte den Rest seines Lebens als Thronprätendent im Exil. Er machte mehrere Versuche, den Thron zurück zu erobern, bis er 1701 starb. Der Aufstand der Jakobiten war eine Reihe von Aufständen oder Kriegen zwischen 1688 und 1746, in denen seine Anhänger versuchten, seine Linie wieder auf den Thron zurück zu bringen.

  • James Francis Edward Stuart, der römisch-katholische Sohn des abgesetzten James II wurde durch den Act of Settlement 1701 von der Thronfolge ausgeschlossen. Trotz des Act of Union 1707 beanspruchte er den Thron von Schottland als James VIII für sich, und als James III den Thron von England und Irland, bis zu seinem Tod 1766.
  • Charles Edward Stuart (Bonnie Prince Charlie), ältester Sohn von James Francis und Möchtegern-Charles III, der den letzten großen Jakobitenaufstand im Namen seines Vaters anführte, 1745 bis 1746. Er starb 188 ohne legitime Nachkommen.
  • Henry Benedict Stuart, auch bekannt als Cardinal-Duke of York. Der jüngere Bruder von Charles Edward und römisch-katholischer Kardinal, der den Thronanspruch als Möchtegern-Heinrich IX von England für sich beanspruchte. Er war der letzte Erbe der Jakobiten, der dies öffentlich tat. Er starb unverheiratet 1807.

Nach 1807 war die Linie von Jamens II ausgestorben. Die Jakobiten hatten viel politischen Einfluss verloren, nach dem fehlgeschlagenen Aufstand von 1745, und die Bewegung wurde vollständig inaktiv nach dem Tod von Henry. Der Abstammung folgend war die nächste höchste Linie auf den englischen und schottischen Thron die durch James II's jüngste Schwester Henriette Anne, deren Tochter ins Haus von Savoy eingeheiratet hatte.

Weitere Thronprätendenten waren unter anderem:

Wales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Owain Glendower ist vermutlich der bekannteste walisische Prätendent, doch ob er ein Prätendent oder Prince of Wales war, hängt von der jeweiligen Quelle ab. Llywelyn Ein Llyw Olaf ap Gruffydd, der 1282 starb, war der einzige Prince of Wales, dessen Status als Herrscher offiziell von der englischen Krone anerkannt wurde, obwohl drei von vier Männern, die den Thron von Gwynedd zwischen der Beanspruchung des Titels durch Owain Gwynedd in den 1160er Jahren und dem Verlust der Unabhängigkeit von Wales 1283 den Titel oder einen ähnlichen ebenfalls benutzten. Madog ap Llywelyn nutzte den Titel ebenfalls für kurze Zeit während seines Aufstands 1294 bis 95. Seit 1301 wurde der Titel Prince of Wales dem ältesten lebenden Sohn des Königs oder der Königin von England verliehen. Das Wort "lebend" ist wichtig. Nach dem Tod von Arthur Tudor, Prince of Wales, verlieh Heinrich VII den Titel seinem zweiten Sohn, dem zukünftigen Heinrich VIII. Diesen Titel erhält man nicht automatisch, sondern er verschmilzt mit der Krone, wenn ein Prinz stirbt oder den Thron besteigt. Er muss neu verliehen werden.

Dennoch ist es Glendower, an den sich viele als den letzten einheimischen Prince of Wales erinnern. Er wurde tatsächlich zum Prince of Wales erklärt, von seinen Anhängern am 16. September 1400, und dieser Aufstand im Kampf um die walisische Unabhängigkeit wurde erst 1409 von Heinrich IV niedergeschlagen. Später heiratete einer von Glendowers Cousins, Owen Tudor, die Witwe von Heinrich V und ihr Enkel wurde Heinrich VII, von dem durch seine Tochter Margaret Tudor die heutigen britischen Monarchen abstammen.

Die verschiedenen Kleinkönigreiche, die zu dem heutigen Wales wurden, hatten jede ihre eigene königliche Dynastie. Die wichtigsten dieser Reiche waren Gwynedd, Powys und Deheubarth. Nach 878 behauptete jede der drei Herrscherdynastien, von Rhodri Mawr ap Merfyn abzustammen, der sie erobert oder ihre Throne auf andere Weise für sich errungen hatte. Merfyn Frych ap Gwriad, der Vater von Rhodri Mawr, war in Gwynedd an die Macht gekommen, weil die ursprüngliche Dynastie, das Haus Cunedda, ausgestorben war. Merfyn stammte durch seinen Vater Gwriad ap Elidyr ebenfalls von Königen ab und behauptete, Vorfahren unter den Herrschern des Reiches Rheged zu haben (genauer gesagt Llywarch Hen).

Nach der Zeit von Rhodri Mawr erkannten alle anderen Reiche von Wales das Haus Gwynedd (und dessen Hauptzweig Haus Aberffraw) als vorherrschend an und der König von Gwynedd stand über ihnen allen. Nach der Herrschaft von Owain Gwynedd ap Gruffydd von Gwynedd verschmolzen die Reiche zu Wales. Dies erreichte Owains Nachfahre Llywelyn Ein Llyw Olaf ap Gruffydd 1267. Das dauerte jedoch nicht an und dieses neue Wales wurde von England erobert und zwischen 1277 und 1284 aufgeteilt. Alle Nachfahren von Llywelyn dem Letzten und seinen Brüdern wurden entweder eingesperrt oder getötet. Überlebende Mitglieder des Haus Aberffraw finden sich noch in den Familien Wynn und Anwyl. Andere überlebende Nebenlinien des Haus Aberffraw und anderer walisischer königlicher Häuser haben ebenfalls bis heute überlebt.

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