Die Römischen Vasallenkönigreiche in Britannien waren einheimische Stämme, die sich entschieden, sich mit dem Römischen Imperium zu verbünden, da sie das als größten Vorteil für sich selbst betrachteten, um sich vor anderen feindlichen Stämmen zu schützen. Außerdem schufen die Römer solche Vasallenkönigreiche, wenn sie das Gefühl hatten, dass Einfluss wünschenswerter war als direkte Herrschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anfang dieses Systems wurde gemacht, als Julius Caesar den entthronten Mandubracius wieder als König der Trinovanten einsetzte, nachdem er von Cassivellaunus vertrieben und zu den Römern geflohen war. Mandubracius unterstützte Caesar bei seiner zweiten Invasion nach Britannien im Jahr 54 v. Chr. In den folgenden einhundert Jahren wurde das System weiter entwickelt, hauptsächlich durch den Einfluss von Kaiser Augustus, so dass zur Zeit der Römischen Invasion im Jahr 43 n. Chr. mehrere römische Vasallenkönigreiche im Süden von Britannien entstanden waren.

Sie entstanden zum Teil auch durch die Expansion der Catuvellaunen unter Cunobelinus im Südosten und zum Teil durch die Invasion selbst, und beinhalteten Cogidubnus von den Regnenses, Prasutagus von den Iceni und Cartimandua von den Briganten, und vermutlich auch Boduocus von den Dobunni. Die Vorfahren der Regnenses, die Atrebates waren schon seit Caesars erster Invasion 55 v. Chr. Vasallenkönigreiche von Rom gewesen.

Im Norden Britanniens führten anhaltende Grenzkonflikte zur Bildung von Pufferstaaten wie den Votadini in Northumberland.

Vasallenkönige übernahmen romanisierte Namen und Titel, obwohl der Einfluss der Römischen Kultur bedeutete, dass diese Merkmale in einem gewissen Maß auch von nicht-Vasallenkönigen übernommen wurden.

Vasallenkönigreiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Atrebates, spätere Regnenses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vasallenstatus: 55 v. Chr. bis 70er Jahre n. Chr.
  • Gebiet: heutiges Hampshire und Westsussex

Nach seinem Sieg über die belgischen Atrebates auf dem Kontinent beteiligte Julius Caesar deren König Commius an seiner erfolglosen Invasion von Britannien im Jahr 55 v. Chr. Commius wurde als Vasallenkönig in Gallien zurückgelassen und erhielt zusätzlich die Herrschaft über die Morini. Er blieb bis 54 v. Chr. loyal, begann aber später gegen Rom zu intrigieren und floh nach Britannien, wo er sich selbst zum König machte. Er regierte bis etwa 20 v. Chr., es könnte allerdings auch einen zweiten König namens Commius gegeben haben.

Seine drei Söhne folgten ihm auf den Thron. Tincommius regierte von 25/20 v. Chr. bis 7/8 n. Chr. Er stand Rom freundlicher gegenüber, als sein Vater, und nannte sich Münzfunden zufolge selbst rex, was einen Status als Vasallenkönig innerhalb des Imperiums vermuten lässt. Er wurde 7/8 n. Chr. vertrieben und suchte Zuflucht bei den Römern.

Nach Tincomarus entschied sich Kaiser Augustus, dessen Bruder Eppillus als nächsten Vasallenkönig anzuerkennen. Nachdem dieser zunächst gemeinsam mit Tincomarus regiert hatte, wurde er ab etwa 7 n. Chr. alleiniger Herrscher und vertrieb vermutlich seinen Bruder.

Eppillus folgte sein Bruder Verica, der von Silchester aus regierte. Während seiner Herrschaft kamen die Atrebates unter den Druck der Catuvellaunen aus dem Osten. Nach fünfzehnjährigem Krieg eroberte Caratacus von den Catuvellaunen das ganze Reich und Verica wurde etwa um 40 n. Chr. aus Britannien vertrieben. Als römischer Verbündeter war es das offizielle Zeil der Römischen Eroberung 43 n. Chr., ihn zurück an die Macht zu bringen.

Nach der römischen Eroberung regierte Cogidubnus, der irgendwann den römischen Namen Tiberius Claudius Cogidubnus erhielt, das Gebiet der Atrebates. Sein Volk bezeichnete sich jetzt als Regni oder Regnenses. Er stand den Römern loyal gegenüber und das Reich wurde nach seinem Tod, vermutlich um 73 n. Chr., ein Teil der römischen Provinz Britannia.

Iceni[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vasallenkönigreich: ca. 47-60 n. Chr.
  • Lage: ungefähr das heutige Norfolk

Prasutagus wurde vermutlich nach dem Aufstand der Iceni 47 n. Chr. zum König. Die Iceni behielten ihre offizielle Unabhängigkeit mit der Ausnahme, dass das Reich nach Prasutagus' Tod unter die römische Kontrolle kommen sollte. Der König versuchte stat dessen, die Kontrolle über das Gebiet wenigstens zum Teil seinen Kindern zu hinterlassen. Als er im Jahr 60 n. Chr. starb, übernahmen die Römer die Kontrolle, was eine zweite Rebellion der Iceni unter Prasutagus' Witwe Boudicca auslöste. Nach der Unterdrückung des Aufstands verwalteten die Römer das Gebiet als Teil der Provinz Britannia.

Votadini[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vasallenkönigreich: ca. 140er bis 410 n. Chr.
  • Lage: südöstliches Schottland und nordöstliches England, inklusive dem heutigen Northumberland

Die Votadini waren ein brythonisches Volk, das unter der direkten Herrschaft von Rom zwischen dem Hadrianswall und dem Antoniuswall von 138 bis 162 lebte. Als die Römer sich 164 hinter den Hadrianswall zurückzogen, blieben die Votadini ein Vasallenkönigreich, eine Pufferzone gegen die Pikten im Norden. Sie behielten ihren Vasallenstatus, bis sich die Römer um 410 aus Britannien zurückzogen. Durch eine reihe sprachliche Änderungen wurden die Votadini als Gododdin bekannt und blieben bis zu ihrer Niederlage durch die Angeln um 600 ein Königreich.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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