Rhwng Gwy a Hafren war eine Region im mittelalterlichen Wales, genauer in den Welsh Marches zwischen Powys im Norden und Brycheiniog im Süden. Das heutige Radnorshire liegt ziemlich genau auf seinem Territorium. Der Name bedeutet "zwischen dem Wye und dem Severn".

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flüsse Wye und Severn waren die wichtigsten Grenzen von Rhwng Gwy a Hafren. Die zugehörigen Gebiete stimmen in den vorhandenen Quellen allerdings nicht immer überein: unter anderem sollen die Cantrefi Elfael, Maelienydd und das Cymydau Gwrtheyrnion dazu gehört haben. Das Cantref Buellt soll ebenfalls dazu gehört haben, obwohl es auf der anderen Seite des Wye liegt, und einige Quellen deuten auch Arwystli an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Eisenzeit und der Zeit der römischen Besatzung war Rhwng Gwy a Hafren das Territorium der Ordovicer, im Frühmittelalter wurde es normalerweise zu Powys gezählt, auch wenn die Herrscher von Powys in späteren Jahrhunderten keine Macht darüber hatten.

Nach dem 9. oder 10. Jh wurde die Region von Familien regiert, die ihre Abstammung auf zweifelhafte Figuren wie Iorwerth Hirflawdd und seinen Nachfahren Elystan Glodrydd zurückführten. Obwohl diese Familien mit Powys verwandt waren, herrschten sie unabhängig von diesem. im frühen 9. Jh. stieg eine weitere Dynastie auf, die Buellt und Gwrtheyrnion zu einem eigenständigen Kleinkönigreich machte. Die Herrscher dieses Reiches behaupteten, von Pascent abzustammen, einem Sohn des legendären Königs Vortigern. Dennoch wurde die Verbindung zu Powys nie vergessen. Unter anderem versuchte 1176 Bischof Adam Parvipontanus Ceri als Teil seiner Diözese für sich zu beanspruchen, und begründete den Anspruch mit alten territorialen Ansprüchen von Powys gegenüber Rhwng Gwy a Hafren.

1093 wurden große Teile der Region unter den Marcher Lords aufgeteilt, unter anderem gingen sie an Roger de Montgomerie, 1. Earl of Shrewsbury, Ranulph I de Mortimer und Philip de Braose, 2. Lord of Bramber. Doch die normannische Autorität erlitt schwere Rückschläge mit dem Aufstieg von Cadwallon ap Madog und seinem Jüngeren Bruder Einion Clud ap Madog, den Prinzen von Elfael und Maelienydd. 1165 kombinierten sie ihre Truppen und schlossen sich der versammelten walisischen Armee unter Owain Gwynedd ap Gruffydd bei Corwen an, um Heinrich II zu demütigen. 1175 trafen sie sich als Verbündete in Gloucester mit Rhys Lord Rhys ap Gruffydd von Deheubarth.

Im Verlauf des 13. Jh. wurde das Gebiet Stück für Stück von den Engländern zurückerobert. Die Nachfahren von Cadwallon und Einion Clud sollen noch bis 1240 verschiedene Festungen gehalten haben, als sie sich Llywelyn der Große und später seinem Enkel Llywelyn Ein Llyw Olaf ap Gruffydd anschlossen. Letzterer annektierte das Gebiet 1267 unter dem Vertrag von Montgomery. Doch nach seiner Niederlage durch Edward I 1282 wurden die meisten verbliebenen einheimischen Landbesitzer enteignet.

Das County Radnorshire wurde aus dem Gebiet unter den Gesetzen zur Eingliederung von Wales im 16. Jh. geformt.

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.