Rhydderch Hael - auch Rhydderch Hen - war König von Strathclyde ca. 580 bis 612.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rhydderch erbte ein ungesichertes Königreich von seinem Vater Tutagual. Während dessen Konflikten mit Morcant Bulc ist es möglich, dass er seine Söhne in Sicherheit in Irland ließ. Das Life of St. Kentigern berichtet, dass er in Irland getauft wurde. Als er also in der Lage war, sein Erbe anzutreten, versuchte er, das Land vom heidnischen Einfluss von Morcant zu befreien. Er hieß Kentigern willkommen und versuchte, das Christentum im Land zu verbreiten. Joceline of Furness' [1] Geschichte, dass er Kentigern tatsächlich sein Königreich anbot, ist sicherlich eine Übertreibung, zeigt aber vielleicht auch, wie dürftig Rhydderchs Kontrolle über Strathclyde seinem Gefühl nach war und dass er es mit einem anderen mit starkem Willen teilen wollte, eine gleichwertige Partnerschaft des spirituellen und weltlichen. Rhydderchs christliche Praktiken scheinen in dieser Zeit außergewöhnlich gewesen zu sein, denn er wurde auch Hael genannt, "der Großzügige", [2] es ist aber unwahrscheinlich, dass er mit besonderem Wohlstand regierte.

Es gibt einige chronologische Rätsel zu Beginn seiner Herrschaft. Er gehört zu jenen, die mit Cynfarch Oer ap Meirchion gesegelt sein sollen, um Rache an Rhun Hir ap Maelgwn Gwynedd von Gwynedd zu üben für den Tod von Cynfarchs Bruder Elidyr. Wenn dem so ist, muss Rhydderch bereits 560 regiert haben. Er könnte zu dieser Zeit als Unterkönig von Alt Clut eingesetzt worden sein, vielleicht im nördlichen Rheged. Er war zu dieser Zeit vermutlich noch recht jung. Der Feldzug war erfolglos, Rhun konnte ihre Truppen zurückschlagen und drang selbst nach Strathclyde ein, wo er bis zu Fluss Forth vordringen konnte.

Rhydderch schloss sich später dem Bündnis an, das 580 von Urien Rheged gegen die Angeln von Bernicia geführt wurde. Einige Historiker vermuten, dass er dies eher unfreiwillig tat. Tatsächlich soll er irgendwann den Hl. Columba befragt haben, ob er in der Schlacht sterben würde. Columbas Antwort, obwohl er die Zukunft nicht vorhersagen wollte, versicherte Rhydderch, dass er bequem in seinem Bett sterben würde.

Dennoch dürfte Rhydderch unglücklich darüber gewesen zu sein, sein Königreich ungeschützt zurück zu lassen. Aedan mac Gabrain von Dal Riata gewann immer mehr an Stärke und führte während der 580er Jahre Armeen in verschiedene Gebiete der Pikten und Britonen, inklusive der Isle of Man und der Belagerung von Lindisfarne 590, wo die Britonen die Angeln besiegt hätten, hätte es nicht den Verrat von Morcant Bulc gegeben. Rhydderch kehrte schnell nach Alt Clut zurück und blieb dort versteckt. Aedan fiel mindestens zwei mal in die Gebiete von Alt Clut ein, doch Rhydderch konnte sein Reich beide male erfolgreich verteidigen. Es scheint, dass Aedan mehr Interesse daran hatte, einen Außenposten zu gewinnen, von dem aus er Bernicia im Blick behalten konnte.

Die letzten Jahre von Rhydderchs Herrschaft sind weniger gut dokumentiert. Die Aufzeichnungen besagen, dass er und Kentigern im gleichen Jahr starben, das üblicherweise mit 612 angegeben wird, und von Historikern auf 614 korrigiert wurde, als er in seinen Siebzigern gewesen sein muss. Auch Adomnan von Iona bestätigt dieses Datum, indem er berichtet, dass Rhydderch und der Hl. Columba Zeitgenossen waren; Columba starb 597. Es ist nicht klar, ob er irgendwelche Söhne hatte. Ihm wird einer namens Constantine zugeschrieben und obwohl einige Chroniken besagen, Constantine hätte Rhydderchs Reich geerbt, ist es wahrscheinlicher, dass er - falls er existiert hat - sich bereits in ein Kloster zurückgezogen hatte. Wahrscheinlich wurde er mit späteren Constantines verwechselt, die Schottland regierten.

Stammbaum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dumnagual Hen (fl. 510er-530er)
    1. Clydno map Dumnagual (fl. 530er-540er)
      1. Tutagual map Clydno (ca. 559-580) ⚭ Elufed ferch Peredur von Dyfed
        1. Rhydderch Hen
          1. Constantine map Rhydderch
    2. Garwynwyn map Dumnagual Hen
      1. Caurdar map Carwynwyn
        1. Gwyddno map Caurdar
          1. Nechtan map Gwyddno (S, 612-621)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. (1175-1214) Ein englischer Zisterziensermönch und Hagiograph. Er schrieb die Biografien von St. Waltheof, St. Patrick, St. Kentigern und St. Helena von Konstantinopel.
  2. In den Walisischen Triaden wird er gemeinsam mit Nudd Hael map Senyllt als einer der "drei großzügigen Männer von Britannien" genannt.
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