Riothamus (die lateinisierte Version von Rigotamos, was "großer König" oder "königlich" bedeuten könnte) war ein Römisch-Britischer Militärführer, der etwa um 470 n. Chr. aktiv war. Er kämpfte verbündet mit dem weströmischen Imperium gegen die einfallenden Goten. Der Historiker Jordanes bezeichnete ihn im 6. Jh. als "König der Briten". Einige Historiker, die sich mit der Artussage beschäftigen, halten Riothamus für ein mögliches Vorbild für den legendären König Artus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Riothamus ist kaum etwas bekannt. Auch Jordanes Ausführungen sind fragwürdig, da nicht klar ist, ob sich die Bezeichnung "Briten" auf die Bewohner von Großbritannien bezieht, oder aber auch die Bewohner von Armorica, wo zu dieser Zeit eine große Besiedelungswelle stattgefunden hatte; später würde es als Bretagne bekannt werden.

Laut Jordanes unterstützte Riothamus die Römer gegen die von Euric angeführten Visigoten und brachte dazu eine britische Armee mit. Doch die Zahl der Goten war zu groß und Riothamus musste zu den Burgundern fliehen, die mit den Römern verbündet waren.

Ein Brief aus dem Jahr 468 lässt vermuten, dass Arvandus, der Prätorianerpräfekt von Gallien, plante, Riothamus zu verraten. Er schlug den Visigoten und Burgundern vor, die Briten anzugreifen und danach Gallien unter sich aufzuteilen. Riothamus wird in diesem Brief nicht namentlich erwähnt, und manche Historiker vermuten, dass er und seine Truppen hier gar nicht gemeint waren, da er zu dem Zeitpunkt, als der Brief geschrieben wurde, noch nicht einmal in den Konflikt eingetreten war.

Gregory of Tours beschreibt in seiner Historia Francorum den Kampf ebenfalls und erklärt, Die Briten wären von den Goten aus Bourges vertrieben worden, wobei viele bei dem Dorf Déols abgeschlachtet wurden. Was weiterhin mit Riothamus geschah, ist unbekannt.

Riothamus als König Artus oder Ambrosius Aurelianus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Jahrhunderte wurde Riothamus von verschiedenen Gelehrten als mögliches Vorbild für König Artus identifiziert, besonders Ashe sieht starke Ähnlichkeiten zwischen Riothamus' Aktivitäten in Gallien und Artus Gallischem Feldzug, den Geoffrey of Monmouth in seiner Historia Regum Britanniae beschreibt. Ashe sieht weiterhin eine Verbindung zwischen Riothamus, der von Arvandus betrogen wurde und Mordreds Verrat an Artus, wobei er darauf hinweist, dass Riothamus letzter bekannter Aufenthaltsort nahe der burgundischen Stadt Avallon war, [1] was für ihn das Vorbild für das arthurische Avalon darstellt.

Für den Historiker Fleuriot stellt Riothamus das Vorbild für Ambrosius Aurelianus dar, der in den frühen Erzählungen der Vorgänger von Artus gewesen sein soll. Fleuriot vermutet, dass "Riothamus" Aurelianus Titel als Herr über alle britischen Gebiete gewesen sein könnte. Er erklärt weiterhin, dass Aurelianus und "Riothamus" Zeitgenossen waren und dass Aurelianus der einzige britische Anführer war, der - viel später - sowohl Briten als auch Franken regierte, was nur der Fall gewesen sein kann, wenn er Gebiete in der Bretagne regierte. Er vermutet außerdem, dass der Name Abros, der in bretonischen Stammtafeln auftaucht, eine Verkürzung von Ambrosius ist, und dass Nennius andeutet, dass Ambrosius oberster Herrscher der Briten war, was laut Fleuriot als Riothamus übersetzt werden könnte. Schließlich vermutet Fleuriot, dass Ambrosius die Briten in die Schlacht gegen die Goten führte und dann nach Britannien zurückkehrte, um den Krieg gegen die Sachsen weiterzuführen.

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Dies wird allerdings in keiner antiken Quelle erwähnt, die sich mit Riothamus befasst.
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.