Die Schlacht von Buttington wurde 893 zwischen einer Wikingerarmee und einer Armee aus Angelsachsen und Walisern ausgetragen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wikingerüberfälle begannen in England im späten 8. Jh. [1] [2] Sie gingen weiter bis in die 860er Jahre, als die Wikinger ihre Taktik änderten und eine große Armee nach England schickten, um dort einzufallen. Diese Armee wurde von der Angelsächsischen Chronik als das Große Heidnische Heer beschrieben. [3] [4] Alfred der Große besiegte es 878 bei der Schlacht von Edington. Darauf folgte ein Vertrag, in dem Alfred den Dänen East Anglia und einige weitere Gebiete überschrieb. [5]

Nach der Schlacht von Edington organisierte Alfred die Verteidigung von Wessex um, erbaute eine Flotte und schuf ein stehendes Heer. Er erbaute auch eine reihe befestigter Städte, die als Burhs bekannt wurden und Wessex umringten. Um sie und das stehende Heer zu versorgen, setzte er ein Steuersystem ein, das als Burghal Hidage bekannt wurde. Die Wikingerüberfälle gingen weiter, doch dieses Verteidigungssystem machte es den Angreifern schwer, Fortschritte zu erzielen. Als das politische System im Frankenland sich im Umbruch befand, konzentrierten die Wikinger ihre Angriffe dort hin, da die Überfälle sich als profitabler erwiesen. [6] [7] [8]

Ende 892 war die Führung im Frankenland stabiler geworden und die Wikinger hatten auch dort Schwierigkeiten, so dass sie versuchten, England zu erobern. [9] 893 landeten 250 Schiffe an der Mündung des Lympne in Kent, wo sie bei Appledore eine Befestigung erbauten. Eine kleinere Truppe von achtzig Schiffen unter Hastein landete an der Mündung der Themse, bevor sie sich in Milton, Kent, verschanzten. [7] Die Invasoren brachten ihre Frauen und Kinder mit sich, was auf einen ernsthaften Versuch hinweis, das Land zu erobern und zu kolonialisieren. Alfred nahm eine Position ein, von der aus er beide Armeen beobachten konnte. [10] Die Wikinger wurden weiter verstärkt von 240 Schiffen, die von den Dänen von East Anglia und Northumbria geschickt wurden, und die sich dort nach den Kriegen der 860er und 870er Jahren angesiedelt hatten. Die Angelsächsische Chronik berichtet, dass sie es "entgegen [ihrer] Eide" taten. [11] [12] [13]

Irgendwann nahm Alfreds Armee Hasteins Familie gefangen. [12] Die Annalen berichten, dass Alfred in Verhandlungen mit Hastein war, doch sie sagen nicht, warum. Horspool vermutete, dass es mit Hasteins Familie zu tun gehabt haben könnte, doch während die Verhandlungen weiter gingen, brachen die Dänen bei Appledore aus und zogen nach Nordwesten. [7] [12] Sie wurden von Alfreds ältestem Sohn Edward der Ältere überwältigt und bei einer großen Schlacht bei Farnham in Surrey besiegt. Sie suchten Zuflucht auf einer Insel bei Thorney am Fluss Colne in Hertfordshire, wo man sie belagerte und sie schließlich zur Unterwerfung zwang. [10] Die Truppen zogen sich nach Essex zurück und nach einer weiteren Niederlage bei Benfleet schlossen sie sich Hasteins Armee in Shoebury an. [7] [12]

Alfred war auf dem Weg gewesen, seinen Sohn bei Thorney zu befreien, als er hörte, dass die northumbrischen und east-anglischen Dänen Exeter belagerten und ein nicht benanntes Burh an der Grenze des nördlichen Devon. Alfred eilte sofort nach Westen und als er bei Exeter ankam, bestiegen die Dänen ihre Schiffe. Die Belagerung von Exeter wurde aufgehoben, doch das Schicksal des namenlosen Burh ist nicht bekannt. Während dessen marschierten die Truppen unter Hastein ins Themsetal, möglicherweise um ihren Freunden im Westen beizustehen. [14] Doch sie trafen auf die westliche Armee, die aus Westsachsen, Merciern und einigen Walisern bestand, und angeführt wurde von drei Ealdorman: Aethelred, Ealdorman von Mercia, Aethelhelm, Ealdorman von Wiltshire und Aethelnoth, Ealdorman von Somerset. Die Chronik besagt, dass die Männer aus allen Burhs östlich des Parret stammten, westlich und östlich von Selwood und auch nördlich der Themse und westlich des Severn, sowie zum Teil aus Wales. [3] Aethelred war mit Alfreds Tochter Aethelflaed verheiratet und konnte somit als sein Schwiegersohn die Grenze von Wessex zur Verfolgung der Wikinger überqueren. Die vereinigte angelsächsische und walisische Armee zwang die Wikinger in den Nordwesten, wo sie schließlich bei Buttington überwältigt und belagert wurde. [7]

Belagerung und Schlacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Engländer und Waliser zogen den Severn hinauf und belagerten die Festung bei Buttington, wo die Wikinger Zuflucht gesucht hatten, von allen Seiten. Die Angelsächsische Chronik berichtet, dass einige der Wikinger nach mehreren Wochen Belagerung verhungerten, und andere, die bereits ihre Pferde gegessen hatten, einen Ausbruch wagten und sich zur Schlacht stellten. Die Engländer konnten viele töten, den Rest in die Flucht schlagen und Buttington zurückerobern. In der Schlacht starben viele Thegns und ein gewisser Ordheah. [7] [12]

Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Annalen besagen, dass die Wikinger den Severn hinauf kamen von der Themse, womit das heutige Buttington in Welshpool im County Powys in Wales der wahrscheinlichste Kandidat für die Schlacht ist. [15] Ein weiterer möglicher Ort ist Buttington Tump an der Mündung des Flusses Wye, wo er in den Severn fließt, doch dies ist weniger wahrscheinlich. [16]

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wikinger, die nach Alfreds Ankunft in Exeter Zuflucht gesucht hatten, segelten entlang der Südküste und versuchten, Chichester zu überfallen - ein Burh, das laut der Burghal Hidage mit 1500 Mann besetzt war. Die Chronik besagt, dass die Bewohner "viele [Wikinger] in die Flucht schlugen und hunderte von ihnen töteten und einige ihrer Schiffe eroberten". [12]

Laut dem angelsächsischen Historiker Aethelweard, der etwa ein Jahrhundert später schrieb, "machte Hastein einen Eilmarsch mit einer großen Streitmacht von Benfleet, und wütete schwer in all den Ländereien der Mercier, bis er und seine Männer die Grenzen der Waliser erreichten; die Armee, die dann im Osten des Landes stationiert war, gab ihnen Unterstützung, und die northumbrische ebenfalls. Der berühmte Ealdorman Aethelhelm machte offene Vorbereitung mit einer Kavallerietruppe, und verfolgte zusammen mit der westlichen englischen Armee unter der Feldherrenkunst von Aethelnoth. Und König [sic.] Aethelred von den Merciern war danach anwesend mit ihnen, er stand zur Verfügung mit einer großen Armee."

Die Buttington Eiche soll von Anwohnern gepflanzt worden sein, um an die Schlacht zu erinnern, und stand dort bis Februar 2018. [17]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Sawyer, Peter (2001). The Oxford Illustrated History of the Vikings
  2. Angelsächsische Chronik, Jahr 793
  3. 3,0 3,1 Angelsächsische Chronik, Jahr 865
  4. Oliver, Neil (2012). Vikings. A History
  5. Attenborough, F. L. Tr., ed. (1922). The laws of the earliest English kings
  6. Sawyer, Peter (1989). Kings and Vikings: Scandinavia and Europe, A.D. 700-1100
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 7,4 7,5 Horspool, David (2006). Why Alfred Burned the Cakes
  8. Angelsächsische Chronik, Jahr 896
  9. Angelsächsische Chronik, Jahr 892
  10. 10,0 10,1 Merkle, Benjamin (2009). The White Horse King: The Life of Alfred the Great
  11. John of Worcester behauptete, dass die Flotten aus East Anglia und Northumbria aus etwa 140 Schiffen bestanden.
  12. 12,0 12,1 12,2 12,3 12,4 12,5 Angelsächsische Chronik, Jahr 893
  13. John of Worcester, The Chronicle of John of Worcester
  14. Die Angelsächsische Chronik berichtet von zwei Wikingerflotten. Die eine griff Exeter an, die andere die Nordküste von Devon. Andere Versionen lassen vermuten, dass die Flotte sich teilte, bevor sie die Angriffe begann. John of Worcester sagt, dass 140 Schiffe bei diesen beiden Angriffen beteiligt waren, während die Angelsächsische Chronik von 100 spricht.
  15. "Buttington, Possible site of battle near Welshpool". Royal Commission on Historic Sites in Wales.
  16. Keynes, Simon; Lapidge, Michael - Alfred the Great
  17. "1,000-year-old oak on Offa's Dyke falls". BBC News. 16 February 2018
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