Die Schlacht von Camlann soll die letzte Schlacht von König Artus gewesen sein und im frühen 6. Jh. stattgefunden haben. Was genau in dieser Schlacht geschah, und ob sie wirklich stattfand, ist ungeklärt, denn die verschiedenen Berichte und Geschichten, die darüber geschrieben wurden, unterscheiden sich stark, und beruhen hauptsächlich auf der fiktiven Historia Regum Britanniae von Geoffrey of Monmouth. Die heute noch beliebteste Version ist jene, die erstmals im Le Morte d'Arthur veröffentlicht wurde.

Historizität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Historizität von König Artus

Der früheste bekannte Hinweis auf die Schlacht von Camlann ist ein Eintrag aus dem 10. Jh. in den Annales Cambriae, laut dem die Schlacht 537 oder 539 stattgefunden haben soll. Dieser Eintrag erwähnt Mordred/Medraut, sagt aber nicht aus, dass er und Arthur auf gegnerischen Seiten kämpften.

Der Ort, der als Camlann beschrieben wird, ist unbekannt. Breeze schrieb dazu:

"Was können wir über Camlan selbst folgern? [...] Alle [mehrere zuvor genannte Historiker] sind skeptisch und erklären jeweils, dass der Eintrag in den Annales Cambriae für Camlan nur ernst genommen werden kann auf die 'kein Rauch ohne Feuer'-Art des Denkens, dass er 'keinen Hinweis für einen prototypischen Arthur' gibt und als Bericht 'nicht nachweisbar' wenn nicht 'vollkommen unhistorisch' ist. Der Status des Eintrages für 537 ist damit nun geklärt. Auf der einen Seite wird er als nüchterne Tatsache präsentiert und erscheint im Kontext von Personen, die in der Geschichte bekannt sind (irische Heilige, Maelgwyn Gwynedd, Gildas). Auf der anderen können wir nicht sicher sein, dass er alt ist; und die Umstände, dass, im 10. Jh., Artus lange schon ein Fabelwesen gewesen ist, muss seine Autorität untergraben. Der historische Artus wird somit nur wenig mehr als ein Lufthauch. Bis nicht unerwartete Beweise auftauchen, ist die einzige ehrliche Antwort, die wir hier geben können, die von Kenneth Jackson, dass "wir es nicht wissen, aber er könnte durchaus existiert haben'."

Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalterliche walisische Überlieferungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Camlann wird im Schwarzen Buch von Carmarthen aus dem 9. oder 10. Jh. erwähnt, als der Ort des Grabes von Osfrans (namenlosem) Sohn. Die walisische Geschichte Culhwch und Olwen, die aus dem 11. oder 12. Jh. stammt, erwähnt die Schlacht zwei mal in Verbindung mit Helden, die dort gekämpft haben. Der Text enthält eine Triade, die Morfran ail Tegid, [1] Sandde Bryd Angel [2] und Cynwyl Sant als die drei Männer nennt, die Camlann überlebten: Morfran wegen seiner entsetzlichen Hässlichkeit, Sandde wegen seiner engelhaften Schönheit und Cynwyl, weil er Artus als letzter verließ. Diese Triade zeigt, dass Camlann berühmt war als Schlacht, die nur wenige überlebten. Caitlin Green vermutet, dass "Osfrans Sohn" in Verbindung steht mit Morfran. Der Text erwähnt auch Gwyn Hywar, Aufseher über Cornwall und Devon, einer der neun Männer, die sich zur Schlacht von Calmann verschworen, was auf eine inzwischen verlorene Überlieferung komplizierter Intrigen hindeutet, die Artus' letzte Schlacht begründeten.

Die Walisischen Triaden bieten Andeutungen für den angeblichen Grund der Schlacht. Die Triade 51 spiegelt sehr stark (und ist begründet auf) Geoffrey of Monmouth: Medrawd/Mordred rebelliert gegen Artus, während letzterer auf dem Kontinent einen Feldzug führt, und usurpiert den Thron, womit er die Schlacht auslöst. Triade 53 spricht von einem Schlag, den Gwenhwyvach ihrer Schwester Gwenhwyfar (Guinevere), Ehefrau von Artus, gab, als einer der "Drei harmlosen Schläge der Insel Britannien", was den Kampf von Camlann auslöst. Triade 84 nennt die Schlacht eine von Britanniens "Drei nutzlosen Schlachten" und erwähnt auch diesen Streit zwischen den Schwestern. Triade 54 beschreibt Medrawd, der Artus' Hof überfällt, Gwenhwyfar zu Boden wirft und sie schlägt. Andere Triaden, in denen Camlann erwähnt wird, sind 30 ("Drei treulose Kriegergruppen") und 59 ("Drei unglückliche Ratschläge").

Camlann wird auch in einer Kopie aus dem 14. Jh. des Gwentian Code of the Welsh Laws erwähnt, die zeigt, dass es ein Thema war, das den walisischen Schreibern bekannt war. Die Gesetze besagen "wenn die Königin ein Lied in ihrer Kammer möchte, lasst den Barden ein Lied über Camlan singen, und das nicht laut, damit nicht die Halle gestört wird." Der Poet Tudur Aled aus dem 15/16. Jh. sagte, dass die Schlacht durch den Verrat von Medrod zustande kam, und "über zwei Nüsse" ausgetragen wurde. In der walisischen Geschichte Der Traum von Rhonabwy ist der unmittelbare Grund der Schlacht eine absichtliche Provokation durch Artus' bösartigen Friedensgesandten namens Iddawg, der absichtlich Medrawd beleidigt.

Geoffrey of Monmouth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geoffrey of Monmouth fügte die Schlacht von Camlann seiner erfundenen Historia Regum Britanniae hinzu, die etwa 1136 geschrieben wurde. Sein Buch zog Informationen aus walisischen Überlieferungen, erweiterte diese aber mit erfundenen Details. Sein Fokus lag nicht auf Personen, sondern auf dem 'Charakter der britischen Nation'. In Buch 10 und 11 zieht Artus in den Krieg gegen den römischen Prokurator Lucius Tiberius und überlässt seinem Neffen Mordredus die Kontrolle über Britannien. Während Artus' Abwesenheit heiratet Mordredus heimlich dessen Frau Ganhamura und nimmt sich den Thron. Artus kehrt zurück und seine Armee stellt sich Mordredus' bei Camblana (Der Fluss Camel in Cornwall). Viele werden getötet, inklusive Mordredus; Artus wird tödlich verwundet und zur Insel von Avalon gebracht, um sich zu erholen, wobei er die Krone seinem Verwandten Constantine übergibt.

Geoffreys Werk war sehr einflussreich und wurde in viele andere Sprachen übersetzt, inklusive Robert Waces Roman de Brut (ca. 1155), Layamons Brut (frühes 13. Jh.) und dem walisischen Brut y Brenhinedd (Mitte 13. Jh.). Verschiedene andere Werke basieren recht stark auf Geoffrey.

Romanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weite Überlieferungen von Artus' letzter Schlacht werden in den Ritterromanzen der Artussagen gegeben. Diese folgen oft Goeffreys Vorlage, ändern aber viele der Details. Die Legende wechselt zum "Charakter der Individuen" und der Ehebruch zwischen Guinevere und Lancelot wird zum ersten mal erwähnt.

Im Lancelot-Gral-Zyklus Mort Artu geht Artus nach Frankreich, aber nicht um die Römer zu bekämpfen, sondern um seinen früheren ersten Ritter Lancelot zu verfolgen, der eine Affaire mit Guinevere gehabt und Artus' Neffen Agravain, Gaheris und Gareth getötet atte. Er überlässt Mordred die Kontrolle über Britannien, doch Mordret verrät ihn und übernimmt den Thron. Artus bringt seine Armee zurück nach Britannien, wo sie Mordred auf der Ebene von Salisbury treffen (Camlann wird nicht erwähnt). Der Kampf beginnt durch einen Zufall des Schicksals, als ein erschrockener Ritter sein Schwert zieht, um eine Natter während der Verhandlungen zwischen Mordred und Artus zu töten. Viele sterben und Artus tötet Mordred in einem letzten Duell, wird aber selbst tödlich verwundet. Artus beauftragt seinen Ritter Griflet (oder Bedivere) damit, sein Schwert Excalibur zur Dame vom See zurückzubringen, und der König wird nach Avalon gebracht.

Viele nachfolgende Werke übernahmen diese Version der Schlacht und verlegen den Ort alle auf Salisbury. In der italienischen Version La Tavola Ritonda überlebt Mordred Camlann und Artus Tod, nur um später von Lancelot besiegt zu werden.

Avalon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem beliebten Motiv, das von Geoffrey in der Historia vorgestellt und später in seiner Vita Merlini erweitert wurde, wird Artus zur Insel von Avalon gebracht, in der Hoffnung, dass man ihn dort retten kann. Geoffrey lässt Artus von Taliesin zu Morgen (Morgan le Fay) nach Avalon bringen, während spätere Autoren Morgan und andere in einem Boot erscheinen und Artus mitnehmen lassen.

Einige Berichte erklären, dass Artus in Avalon starb (sie setzen es mit Glastonbury gleich) und dort begraben wurde. Geoffrey lässt die Möglichkeit (aber nicht absolute Sicherheit) offen, dass Artus Wunden geheilt werden könnten, während Robert Wace und Layamon eindeutig sagen, dass er geheilt wurde und irgendwann zurückkehren wird. Andere Versionen geben keine deutliche Antwort über sein Schicksal.

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Morfran gilt in den walisischen Überlieferungen als einer von Artus' Kriegern, bekannt für seine dunkle Haut und seine Abscheulichkeit.
  2. Sandde(f) ist eine Figur aus den walisischen Überlieferungen und gilt als einer von König Artus' Kriegern, er zeichnet sich aus durch seine große Schönheit, weswegen er auch Byrd Angel - Engelsform - genannt wird.
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