Die Schlacht von Dun Nechtain - auch Schlacht von Nechtansmere oder Dunnichen - fand am 20. Mai 685 zwischen den Pikten unter Bridei III mac Beli und Northumbria unter Ecgfrith statt.

Sie führte zu einem entscheidenden piktischen Sieg, der die Macht von Northumbria im nördlichen Britannien stark schwächte und zum Tod von Ecgfrith führte. Die Pikten erlangten damit ihre Unabhängigkeit von Northumbria, das nie wieder seine Vormachtstellung im nördlichen Britannien ausbauen konnte.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 7. Jh. erweiterte Northumbria nach und nach sein Gebiet in den Norden. Die Annalen von Tigernach berichten von einer Belagerung von "Etain" 638, [1] die für die Eroberung von Eidyn durch die Northumbrier unter Oswald gehalten wird, was zur Übernahme der Gebiete von Gododdin südlich des Flusses Forth führte. [2] Hinweise bei Beda lassen vermuten, dass die Pikten während Oswalds Herrschaft von Northumbria unterworfen wurden [3] und dass diese Unterwerfung bis zur Herrschaft seines Nachfolgers Oswiu weiterging. [4]

Ecgfrith folgte Oswiu 670 als König von Northumbria und die Pikten erhoben sich kurz nach seinem Herrschaftsantritt zu einer Rebellion, was zur Schlacht der Zwei Flüsse führte. [5] Die Rebellion endete für die Pikten im Desaster, ihr König Drust mac Donuel wurde vertrieben und durch Bridei III mac Beli ersetzt. [6]

Bis 679 hatte die northumbrische Vormachtstellung begonnen, zu verfallen. Die Irischen Annalen berichten von einem Sieg von Mercia über Ecgfrith, in dem dessen Bruder Aelfwine von Deira getötet wurde. [7] Es folgten Belagerungen 680 bei Dunnottar im nördlichsten Teil der süd-piktischen Zone, und bei Dundurn in Strathearn 682. [8] [9] Historiker glauben, dass obwohl die Gegner nicht genannt wurden, Bridei vermutlich der Anführer war. [6]

Diese Angriffe auf die süd-piktische Zone stellten eine große Bedrohung für Ecgfriths Vorherrschaft war und er sah sich auch anderer Herausforderungen gegenüber. Im Juni 684 schickte er seine Armeen, angeführt von Beornhaeths Sohn Beorhtred, nach Irland, wo die Truppen viele Kirchen zerstörten und Menschen töteten, wie Beda verächtlich berichtet. [10]

Schlacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während keine der historischen Quellen eindeutig Ecgfriths Grund für den Angriff auf Fortriu nennt, stimmen alle darin überein, dass dies Northumbrias Vorherrschaft über die Pikten sichern sollte. [6] [5] Die ausgiebigste Beschreibung der Schlacht findet sich in Bedas Historia ecclesiastica, ist aber auch nur kurz. [10] Zusätzliche Details finden sich in den Annalen von Ulster [11] und Tigernach [12] und in der Historia Brittonum. [13]

Ecgfrith von Northumbria griff Fortriu gegen den Rat seiner Berater an, inklusive Cuthbert, der kurz zuvor Bischof von Lindisfarne geworden war. Die Pikten, angeführt von Bridei III mac Beli, täuschten einen Rückzug vor und zogen Ecgfriths Truppen in einen Hinterhalt an einem See nahe Duin Nechtain. Die northumbrische Armee wurde besiegt und Ecgfrith wurde erschlagen.

Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort der Schlacht ist nicht bekannt. Bis kürzlich war die Schlacht unter dem northumbrischen Namen Nechtansmere aus dem altenglischen "Nechtan's See" bekannt, nach Symeon of Durham. Bei Nennius erscheint der Name als Gueith Lin Garan, piktisch für "Kranich See". Die Irischen Annalen bezeichnen den Ort als Dun Nechtain, "Nechtains Festung".

Als erster möglicher Ort wurde Dunnichen in Angus im 19. Jh. vorgeschlagen. Dunnichen erscheint in frühen Urkunden der Abtei Arbroath als "Dun Nechtan". In der Nähe des Ortes Dunnichen Moss kann auf alten karten ein kleiner See gefunden werden, der inzwischen ausgetrocknet ist. [14]

2006 veröffentlichte Woolf einige Gründe, mit denen er Dunnichen als Ort der Schlacht anzweifelt und schlug als Alternative Dunachton in den Schottischen Highlands vor, das viele landschaftliche Ähnlichkeiten mit Dunnichen aufweist. Fraser unterstützt seine These, und sagt, dass es zwar noch zu früh ist, Dunnichen auszuschließen, dass es aber eine gewisse "besondere Verteidigung" benötigt, die Dunachton nicht braucht. [6]

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ecgfrith von Northumbrias Niederlage bei Dun Nechtain verging Northumbrias Macht und Einfluss im Norden von Britannien. Beda berichtet, dass die Pikten die Gebiete zurückerobern konnten, die zuvor von Northumbria und Dal Riata gehalten worden waren. Weiterhin sagt er, dass die Northumbrier, die nicht aus Piktenland fliehen konnten, getötet oder versklavt wurden. Die northumbrischen Mönche, die im Piktenland eingesetzt worden waren, flohen nach Whitby. [10]

Obwohl weitere Schlachten zwischen den Pikten und Northumbria aufgezeichnet wurden, beispielsweise 697, [15] stellt die Schlacht von Dun Nechtain den Zeitpunkt dar, an dem die Pikten sich die dauerhafte Unabhängigkeit von Northumbria sicherten.

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Annalen von Tigernach, Jahr 640
  2. Jackson, Kenneth H. (1959) "Edinburgh and the Anglian occupation of Lothian" in The Anglo-Saxons: some aspects of their history
  3. Beda, Historia ecclesiastica gentis Anglorum, III/6
  4. Beda, Historia ecclesiastica gentis Anglorum, III/24
  5. 5,0 5,1 Colgrave, Bertram (1927) The life of Bishop Wilfrid by Eddius Stephanus
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 Fraser, James E., (2009) From Caledonia to Pictland
  7. Annalen von Ulster, Jahr 680
  8. Annalen von Ulster, Jahr 681
  9. Annalen von Ulster, Jahr 683
  10. 10,0 10,1 10,2 Beda, Historia ecclesiastica gentis Anglorum, IV/26
  11. Annalen von Ulster, Jahr 686
  12. Annalen von Tigernach, Jahr 686
  13. Historia Brittonum, IV/57
  14. Chalmers, George - Caledonia: or a historical and topographical account of North Britain
  15. Annalen von Ulster, Jahr 698
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