Die Schlacht von Ellendun - auch Schlacht von Wroughton - wurde 825 zwischen Wessex und Mercia ausgetragen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 8. und frühen 9. Jh. übten die Könige von Mercia eine schwankende Vorherrschaft über die Reiche im südöstlichen England aus. Während Wessex hin und wieder die Vormachtstellung von Aethelbald von Mercia anerkennen musste, scheint es danach jedoch der Macht von Mercia entkommen zu sein, im Gegensatz zu den anderen Königreichen.

Ealhmund war König von Kent in den 780er Jahren, was seine Familie in Konflikt mit dem ehrgeizigen Offa von Mercia gebracht hatte, der direkte Herrschaft über Kent ausüben wollte. Nach Ealhmunds Tod wurde sein Sohn Egbert der Große aus England ins Exil getrieben, wobei zunächst Beorhtric von Wessex den Thron bestieg. Als Egbert nach dessen Tod 802 selbst wieder über Wessex herrschte, kam es zu einem gewalttätigen Zusammenstoß mit Mercia. Die Quellen berichten jedoch von keinen weiteren Konflikten vor 825.

821 bestieg Ceolwulf I den Thron von Mercia und wurde bald darauf von Beornwulf verdrängt, der zwei Jahre später Wessex angriff. Dieser Angriff könnte ein Versuch gewesen sein, seine eigene Autorität zu sichern und die von Mercia zu bekräftigen. Beornwulf versuchte möglicherweise auf einen Vorteil daraus zu ziehen, dass Egbert mit seinem Krieg gegen die Britonen von Cornwall beschäftigt war. Egbert hatte Cornwall 815 verwüstet und im Herbst 825 zog er in die Schlacht bei Gafulford.

Schlacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schlacht fand vermutlich südlich von Swindon in Wiltshire statt, doch der genaue Ort konnte nicht ermittelt werden. Camden vermutete, dass das Schlachtfeld nahe bei Wilton gleich westlich von Salisbury lag. Andere Forscher bevorzugen jedoch Wroughton, 6km südlich von Swindon, oder Lydiard Park in Swindon.

Wie genau die Schlacht ablief, ist nicht bekannt. Frank Stenton beschrieb sie als "eine der entscheidendsten Schlachten der englischen Geschichte". Sie beendete effektiv die mercische Vorherrschaft über die südlichen Königreiche des Angelsächsischen England und begründete die Vorherrschaft von Wessex.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egberts Sieg veränderte die politische Situation im südöstlichen England langanhaltend. Er schickte seinen Sohn Aethelwulf mit einer Armee in den Südosten, um Sussex zu erobern, das sich bis zu diesem Zeitpunkt noch unter direkter Kontrolle von Mercia befand, sowie Kent und Essex, die von Unterkönigen unter mercischer Oberherrschaft regiert wurden. All diese Territorien wurden von Wessex annektiert, was die Größe des Reiches etwa verdoppelte.

Während dessen ermutigte die Niederlage von Mercia East Anglia, gegen Mercia zu rebellieren und die Unabhängigkeit wieder herzustellen, während es sich im Bündnis mit Wessex befand. Beornwulf von Mercia wurde im Kampf besiegt und getötet. Sein Nachfolger Ludeca erlitt das gleiche Schicksal im folgenden Jahr, und East Anglia konnte sein Ziel erreichen.

Egberts Macht war 829 auf ihrem Höhepunkt, als er Mercia besetzte und die Anerkennung seiner Vormachtstellung durch Northumbria erreichte, was ihn für eine gewisse Zeit zum Bretwalda machte. Mercia konnte seine Unabhängigkeit im folgenden Jahr unter Wiglaf zurückerlangen, dem es auch gelang, Mercias Ansehen zum größten Teil wieder herzustellen und seine Macht auf Berkshire zu erweitern. Die Unabhängigkeit von East Anglia und die Eroberung des Südwestens von Wessex erwies sich jedoch unumkehrbar für Mercia, das nie mehr seine Vorrangstellung zurück erlangte, die es vor Ellendun besessen hatte.

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