Die Schlacht von Maldon fand am 11. August 991 2 bei Maldon am Fluss Blackwater in Essex während der Herrschaft von Aethelred der Unberatene statt. Earl Byrhtnoth, Ealdorman von Essex und seine Thegns führten die englischen Truppen gegen die Wikinger.

Das Gedicht "The Battle of Maldon"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"The Battle of Maldon" ist der Name, der üblicherweise einem aus 325 Zeilen bestehenden altenglischen Gedicht gegeben wird. Sprachstudien haben zu dem Schluss geführt, dass das komplette Gedicht ursprünglich mündlich überliefert wurde, dann in einem verloren gegangenen Manuskript in ostsächsischem Dialekt, und jetzt als Fragment in westsächsischer Form erhalten geblieben ist, möglicherweise durch einen Schreiber, der im späten 11. Jh. im Kloster von Worcester lebte. [1] Es ist ein Zufall, dass es irgendwann zu einem Manuskript von Assers Life of King Alfred hinzugefügt wurde, was zweifellos dazu führte, dass es erhalten bliebt. Das Manuskript verbrannte bei einem Bibliotheksfeuer 1731. Der Bewahrer der Sammlung, John Elphinstone oder sein Assistent David Casley hatten die 325 Zeilen 1724 abgeschrieben, doch die Vorder- und Rückseite des Manuskripts fehlten bereits, möglicherweise etwa 50 Zeilen.

Zur Zeit der Schlacht war die englische königliche Politik, den Wikingern zu begegnen, gespalten. Einige zogen es vor, die Invasoren auszuzahlen mit Land und Gold, während andere sie bekämpfen wollten. Das Gedicht lässt vermuten, dass Byrhtnoth, Ealdorman von Essex zu den letzteren gehörte, daher seine bewegenden Reden von Patriotismus.

Die Wikinger segelten den Fluss Blackwater hinauf, der zu dieser Zeit der Panta genannt wurde, und Byrhtnoth rief seine Männer herbei. Das Gedicht beginnt damit, dass er seine Männer anweist, zu stehen und ihre Waffen zu halten. Seine Truppen, mit Ausnahme seiner persönlichen Wachen, waren ansässige Bauern und Dörfler der Fyrd von Essex. Er befahl ihnen, "die Pferde fort zu schicken und voran zu schreiten": sie kamen zu Pferd, kämpften aber zu Fuß. Die Wikinger segelten zu einer kleinen Insel im Fluss. Bei niedrigem Wasser erscheint im Fluss eine Landbrücke von dieser Insel zum Flussufer. Die Beschreibung scheint der Insel Northey zu dieser Zeit zu entsprechen. Damit hätte die Schlacht etwa zwei Meilen südöstlich von Maldon stattgefunden. Olaf sprach die Sachsen an und versprach ihnen, fort zu segeln, wenn er mit Gold und Waffen ausbezahlt werden würde. Byrhtnoth entgegnete: "Wir werden euch mit Speerspitzen und Schwertklingen bezahlen".

Bei Ebbe begannen Olafs Truppen einen Vorstoß über die schmale Landbrücke. Drei angelsächsische Krieger, Wulfstan, Aelfhere und Maccus, blockierten die Brücke und konnten erfolgreich jeden Wikinger aufhalten, der vorwärts stürmte. Der Wikingerkommandant forderte von Byrhtnoth, dass dieser seinen Truppen erlauben würde, sich am Ufer zu einer normalen Schlacht zu sammeln. Byrhtnoth ließ den Feind aufs Festland übersetzen. Die Schlacht begann, aber ein Engländer namens Godric floh auf Byrhtnoths Pferd. Godrics Brüder Godwine und Godwig folgten ihm. Danach flohen viele Engländer, als sie das Pferd erkannten und glaubten, dass Byrhtnoth floh. Mann muss hinzufügen, dass gesagt wurde, dass Godric oft Pferde von Byrhtnoth erhalten hatte, ein Detail, das, besonders während dieser Zeit, Godric als Feigling und Verräter gebranntmarkt hätte, was als schlimmer als der Tod angesehen werden kann. Die Wikinger überwältigten die Sachsen, nachdem sie viele Männer verloren hatten, und töteten Byrhtnoth. Nach der Schlacht wurde dessen Körper mit fehlendem Kopf gefunden, doch sein Schwert mit goldenem Griff war immer noch bei seinem Körper.

Es gibt einige Diskussionen über die Bedeutung des Wortes "ofermod". Obwohl es wörtlich übersetzt "über-herz" bedeutet oder "zu viel Herz haben", könnte es auch "Stolz" oder "übermäßiger Mut" bedeuten (verglichen mit dem dänsichen overmod oder dem deutschen Übermut, was beides Hybris und Rücksichtslosigkeit bedeutet). Ein Argument ist es, dass das Gedicht geschrieben wurde, um Byrhtnoths Handlungen zu feiern und andere zu heroischen Handlungen zu verleiden, und Byrhtnoths Handlungen stehen stolz in einer langen Tradition heroischer Literatur. Eine weitere Sichtweise, die von J. R. R. Tolkien gehalten wird ist es, dass das Gedicht eine Elegie über einen schrecklichen Verlust ist, und dass der mönchische Autor den Grund der Niederlage in der Sünde des Stolzes beim Kommandanten sieht, eine Sichtweise, die durch die Tatsache unterstützt wird, dass ofermod in anderen Quellen genutzt wird, um den Stolz des Satans zu beschreiben. Es gibt ein Gedenkfenster in der Kirche St. Mary's in Maldon, die Byrhtnoths Todesgebet repräsentiert.

Viele Gelehrte glauben, dass das Gedicht, während es auf tatsächlichen Ereignissen und Menschen basiert, weniger als historischer Bericht geschaffen wurde und mehr als Verehrung und Erinnerung an die Männer, die beim Schutz ihrer Heimat auf dem Schlachtfeld starben, besonders im Fall des englischen Kommandanten der Schlacht, Byrhtnoth. Er scheint viele der Tugenden zu verkörpern, die von der angelsächsischen Welt hochgehalten wurden, und wird von vielen Gelehrten mit Beowulf verglichen.

Nordische Invasoren und Angreifer hatten verschiedene Ziele. Die Truppen, auf die die Angelsachsen trafen, wollten Beute machen, nicht Land für Besiedlung erobern. Demnach, falls Byrhtnoths Truppen die Wikinger abhalten mussten, indem sie den Überweg schützten oder sie auszahlten, wäre Olaf wahrscheinlich weiter hinauf gesegelt und hätte anderswo Überfälle begangen. Als Mann mit Truppen und Waffen könnte es sein, dass Byrhtnoth den Wikingern erlauben musste, an die Küste zu kommen, um andere zu beschützen. Das Gedicht könnte demnach die Arbeit repräsentieren, die als die "mönchische Gruppe" an Aethelreds Hof bezeichnet wurde, die eine militärische Antwort und nicht eine Auszahlung der nordischen Angreifer befürwortete.

Andere Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle vier Versionen der Angelsächsischen Chronik berichteten vom Tod von Byrhtnoth, einem Ealdorman von Essex. Das Life of Oswald, das in Ramsey etwa zur gleichen Zeit geschrieben wurde, als die Schlacht stattfand, stellt Byrhtnoth als einen großen religiösen Krieger dar, mit Hinweisen auf biblische Propheten. 1170 erzählte das Book of Ely die Geschichte erneut und machte aus der Schlacht zwei Kämpfe, wobei der zweite vierzehn Tage lang dauerte gegen eine überwältigende Überzahl. Diese Texte zeigen zu einem gewissen Grad das Wachstum eines örtlichen Heldenkults.

Chronologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Winchester bzw. Parker-Version der Angelsächsischen Chronik (Version A) enthält den detailliertesten Bericht der Schlacht, versetzt sie aber in das Jahr 993. Da alle anderen Versionen sie ins Jahr 991 verlegen, hält man dies für einen Schreibfehler oder glaubt, dass es später hinzugefügt wurde, als die Bedeutung der Schlacht klar geworden war. Das weithin akzeptierte Datum wird aus Notizen über den Tod von Byrhtnoth in drei Abteikalendern entnommen, denen von Ely, Winchester und Ramsey. Das Datum in Ely ist der 10. August, während Winchester und Ramsey den 11. August angeben. Doch Byrhtnoths enge Verbindungen zu Ely lassen vermuten, dass der 10. August wahrscheinlich das korrekte Datum ist.

Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Angelsächsische Chronik stellt klar, dass Maldon in Essex der Ort der Schlacht ist, aufgrund seiner Nähe zu Ipswich und da Byrhtnoth ein Ealdorman of Essex war. [2] Genauere Details stammen aus der Erzählung The Battle of Maldon, die beschreibt, wie die Wikinger sich auf einer Insel sammelten, die durch eine Landbrücke vom Festland getrennt war, die bei Ebbe als "Brücke" oder "Furt" genutzt werden konnte. Das Gedicht beschreibt, wie die Wikinger und Sachsen mit einander verhandelten, indem sie über das Wasser riefen, während sie auf die Ebbe warteten. Northey Island scheint dieser Beschreibung zu entsprechen. Eine Untersuchung von 1973 lässt vermuten, dass der Kanal zwischen Northey Island und dem Festland etwa 110 Meter breit war, und nicht 220 Meter wie heute. Der Damm, der heute den Kanal überquert, existierte vermutlich noch nicht in dieser Form im 10. Jh., doch es gab sicherlich irgend eine Art von Überweg.

Es wurden noch weitere Orte in Betracht gezogen, so wie Osea Island, das durch einen Damm erreicht werden kann, doch es befindet sich zu weit entfernt vom Festland, um herüber zu rufen. Eine Brücke, eine Meile im Inland von Maldon, die heute Heybridge genannt wird, wurde auch vorgeschlagen, doch der Fluss unterliegt dort nicht den Gezeiten.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Homecoming of Beorhtnoth Beorhthelm's Son von J. R. R. Tolkien, ursprünglich 1953 veröffentlicht. Eine historische Geschichte, inspiriert vom altenglischen Gedichtfragment, geschrieben in Gedichtform, aber gleichzeitig ein Drama, das hauptsächlich einen Dialog zwischen den beiden Charakteren nach der Schlacht von Maldon darstellt.
  • At Maldon von J. O. Morgan, ein Gedicht in Buchlänge, das die Geschichte der Schlacht in modernem Englisch erzuählt.
  • Anno Domini Nine Hundred and Ninety-One von K. V. Johansen, eine Kurzgeschichte.
  • Perelandra von Lewis, C. S.
  • The Long Ships (Röde Orm) von Bengtsson, Frans G.
  • As Our Strength Lessens von Drake, David eine Kurzgeschichte
  • The Ghost of Heritage (2008, Album) von der englischen Black Metal Band Winterfylleth mit den Liedern "The March to Maldon" und "Brithnoth: The Battle of maldon (991 AD)"
  • "The Battle of Maldon" auf My Destiny (2009, Album) von Leaves' Eyes
  • Byrhtnoth's Return von Ken Lodge, ein Gedicht

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Anglo-Saxon Poetry trans. und ed. Bradley, S. A. J. Everyman's Library, 2000
  2. Foard, Glenn (10 September 2003). "Maldon Battle and Campaign"
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