Die Schlacht von Stamford Bridge fand am 25. September 1066 in Stamford Bridge, Yorkshire statt. Sie wurde ausgetragen zwischen König Harald II Godwinson und einer norwegischen Invasionsflotte, angeführt von Harald III Hardrada und Tostig Godwinson. Diese Schlacht repräsentiert traditionell das Ende des Wikingerzeitalters, obwohl sich in den folgenden Jahrzehnten noch einige große skandinavische Feldzüge in Britannien und Irland ereigneten.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tod von König Edward der Bekenner im Januar 1066 hatte zu einem Nachfolgestreit geführt, in der verschiedene Thronanwärter versucht hatten, ihren Anspruch durchzusetzen. Dazu gehörte auch Harald Hardrada. Laut der Angelsächsischen Chronik [1] [2] versammelten die Norweger eine Flotte von 300 Schiffen, um in England einzufallen. Der Autor scheint jedoch nicht zwischen Kriegsschiffen und Versorgungsschiffen unterschieden zu haben. In King Harald's Saga erklärt Snorri Sturluson: "... Es wird gesagt, dass König Harald überzweihundert Schiffe hatte, abgesehen von Versorgungsschiffen und kleineren Fahrzeugen." [3] Gemeinsam mit Verstärkung, die man in Orkney aufnahm, muss die norwegische Armee aus etwa zwischen 7000 und 9000 Mann bestanden haben. Bei ihrer Ankunft an der englischen Küste schlossen sich Harald weitere Truppen an, die Tostig Godwinson in Flandern und Schottland gesammelt hatte. [4] Tostig hatte sich mit seinem älteren Bruder Harald zerstritten, der beim Tod von Edward vom Witan zum neuen König gewählt worden war. Nachdem Tostig 1065 seinen Status als Earl of Northumbria verloren hatte und ins Exil verbannt worden war, begann er eine Reihe von Angriffen auf England im Frühling 1066. [4]

Im Spätsommer 1066 segelte die Invasionsflotte den Ouse hinauf, bevor sie York erreichte. Am 20. September besiegten sie eine englische Armee, die von Edwin, Earl of Mercia und Morcar, Earl of Northumbria angeführt wurde, in der Schlacht von Fulford außerhalb von York. Nach diesem Sieg ergab sich die Stadt. Nach einer kurzen Besetzung sowie dem Erhalt von Geiseln und Versorgungsgütern kehrten die Angreifer zu ihren Schiffen zurück, die bei Riccal lagen. Sie boten den Northumbriern Frieden an im Austausch dafür, dass diese Hardradas Thronanspruch unterstützten, und verlangten weitere Geiseln aus ganz Yorkshire. [4]

Zu dieser Zeit befand sich König Harald II Godwinson im südlichen England in der Erwartung der Invasionsflotte von Wilhelm I der Eroberer, Herzog der Normandie, der ebenfalls einen Anspruch auf den Thron durchsetzen wollte. Als Harald von der norwegischen Invasion erfuhr, zog er so schnell wie möglich nach Norden mit so vielen Männern, wie er versammeln konnte. Es gelang ihm, die 298 km von London nach Yorkshire in nur vier Tagen zurückzulegen, womit er die Norweger vollkommen überraschen konnte. Nachdem bekannt geworden war, dass die Northumbrier weitere Geiseln und Versorgungsgüter nach Stamford Bridge schicken sollten, zog Harald eilig durch York, und griff sie am 25. September an. [4] Erst, als die Engländer in Sicht kamen, wurde den Invasoren die Anwesenheit einer feindlichen Armee bewusst.

Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt einige Streitigkeiten, ob zur Zeit der Schlacht dort das Dorf und die Brücke existierten oder nicht. Eine Theorie besagt, dass es 1066 kein Dorf bei Stamford Bridge gab und auch noch nicht 1086, als das Domesday Book zusammengestellt wurde. Laut dieser Theorie beschreibt der Name Kreuzungspunkte über den Fluss Derwent, die aus einer Kombination der Worte stone, ford und bridge zusammengestellt wurden, also stoneford und bridge. An dem Ort, an dem das heutige Dorf liegt, gibt es im Fluss eine Felsnase, über die der Fluss einst als Mini-Wasserfall floss. Bei niedrigem Wasserstand konnte man dort zu Fuß oder zu Pferd einfach den Fluss überqueren.

Eine weitere Erklärung stammt von Darby und Maxwell, [5] die sagte "Stamford Bridge veranschaulicht tatsächlich diese kleine Anzahl von Orten die, obwohl sie nicht im Domesday Book erwähnt werden, existierten oder auf irgend eine Art zur Domesday-Zeit benannt wurden, denn sie erscheinen sowohl in Dokumenten nach und vor der Domesday-Zeit". Höchstwahrscheinlich war das Gebiet von Stamford Bridge in Low Catton beinhaltet und wurde daher nicht im Domesday Book erwähnt. Was die Anwesenheit einer Brücke betrifft, erwähnen die verschiedenen Manuskripte der Angelsächsischen Chronik alle Stamford Bridge namentlich. Eines dieser Manuskripte beinhaltet eine Passage, die besagt: "...kamen über sie über die Brücke..." [1] Henry of Huntingdon [6] erwähnt Stamford Bridge und beschreibt, dass ein Teil der Schlacht auf der Brücke ausgetragen wurde. Demnach existierte zu dieser Zeit höchstwahrscheinlich eine Brücke über den Derwent.

Eine Meile südlich entlang des Flusses bei Scoreby befindet sich der Ort einer römischen Siedlung aus dem 1. bis 4. Jh., die als Derventio bekannt ist. Die Stadt verläuft zweieinhalb Meilen ostwestlich entlang einer römischen Straße. Sie besetzt sowohl das östliche, als auch das westliche Ufer des Flusses und besaß eine Brücke über den Fluss. Es gibt keine archäologischen Hinweise auf eine römische Brückenkonstruktion bei oder nahe dem heutigen Stamford Bridge.

Es ist möglich, dass es einen Zangenangriff durch Harald II Godwinson auf Harald III Hardrada Armee gab, bei dem man sowohl das Fort und vielleicht auch die Überreste der früheren römischen Brücke eine Meile im Süden benutzte. Die Information darüber und über die beiden Straßen nach York könnten bei Godwinsons früherer Besetzung der Stadt York gesammelt worden sein. Doch es existieren keine Dokumente, die diese Möglichkeit bestätigen.

Schlacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Snorri Sturluson ritt vor der Schlacht ein einzelner Mann zu Harald III Hardrada und Tostig Godwinson. Er gab keinen Namen an, sprach aber mit Tostig und bot ihm die Rückgabe seiner Grafschaft an, wenn er sich gegen Hardrada wenden würde. Tostig fragte, was Harald Hardrada dafür geben würde. Der Reiter antwortete: "Sieben Fuß englischen Boden, denn er ist großer als andere Männer". Dann ritt er zurück zum sächsischen Lager. Hardrada war beeindruckt vom Mut des Reiters und ragte Tostig, wer er war. Tostig antwortete, dass der Reiter Harald II Godwinson selbst gewesen war. [3] Laut Henry of Huntingdon sagte Harald "Sechs Fuß Boden oder so viel wie er benötigt, denn er ist größer als die meisten Männer". [6]

Der genaue Ort des Schlachtfelds von Stamford Bridge ist nicht bekannt. Die örtlichen Überlieferungen besagen, es hätte sich östlich des Flusses Derwent und gleich südöstlich der Stadt in einem Gebiet, das als Battle Flats bekannt ist. Der Ort der norwegischen Armee zu Beginn der Schlacht ist nicht sicher bekannt. Die Berichte über ihre Lage unterscheiden sich abhängig von den Quellen und Interpretationen. Eine übliche Sichtweise ist, dass die norwegische Armee in zwei geteilt war. Einige ihrer Truppen befanden sich auf der Westseite des Flusses und der Hauptteil der Armee an der Ostseite. Eine weitere Interpretation ist es, dass sie gerade Stamford Bridge verliefen und sich entlang der alten Römerstraße nach York bewegten (auf der Westseite des Derwent). [7]

Das plötzliche Erscheinen der Englischen Armee überraschte die Norweger. [4] Ihre Antwort war, sich schnell zu einem Verteidigungskreis zu bewegen. Wenn die Norweger sich bei Battle Flats befanden, gibt es keine gute Erklärung dafür, warum sie sich zu dieser Formation bewegten. Doch wenn sie sich auf der Ostseite des Flusses befanden, machte diese Aufstellung perfekt Sinn. Zu der Zeit, als der Hauptteil der englischen Armee angekommen war, waren die Wikinger auf der Westseite des Flusses entweder erschlagen oder flohen über die Brücke. Der englische Vorstoß wurde dann verzögert durch die Notwendigkeit, die Brücke zu überqueren. Die Angelsächsische Chronik behauptet, dass ein riesiger nordischer Axtmann (möglicherweise bewaffnet mit einer dänischen Axt) den engen Überweg blockierte und eigenhändig die ganze englische Armee aufhielt. Die Geschichte besagt, dass dieser Mann vierzig Engländer erschlug und erst besiegt werden konnte, als ein englischer Soldat unter der Brücke in einem Fass durchschwamm und seinen Speer durch die Planken stieß, wobei er den Wikinger tödlich verwundete. [4]

Diese Verzögerung ermöglichte es dem Hauptteil der nordischen Armee, einen Schildwall gegen den englischen Angriff zu bilden. Haralds Armee strömte über die Brücke, bildete eine Linie kurz vor der nordischen Armee, verhakte die Schilde und stürmte vor. Die Schlacht ging weit über die Brücke selbst hinaus und obwohl sie mehrere Stunden anhielt, verschaffte die Entscheidung der nordischen Armee, ihre Rüstungen zurück zu lassen, ihnen einen entscheidenden Nachteil. Schließlich begann die nordische Armee zu zerfallen und ermöglichte es den englischen Truppen, sich ihren weg hinein zu erzwingen und den skandinavischen Schildwall zu durchbrechen. Vollständig überlistet nach dem Tod von Hardrada - durch einen Pfeil in seine Luftröhre - und Tostig verstreute sich die norwegische Armee und wurde regelrecht ausgelöscht. [8]

In den späteren Stadien der Schlacht wurden die Norweger von Truppen verstärkt, die die Schiffe bei Riccall bewacht hatten, angeführt von Eystein Orre, Hardradas zukünftigem Schwiegersohn. Einige seiner Männer sollen zusammengebrochen und an Erschöpfung gestorben sein, als sie das Schlachtfeld erreichten. Die verbliebenen waren vollständig gerüstet für die Schlacht. Ihr Gegenangriff, der in den norwegischen Überlieferungen als "Orres Sturm" beschrieben wird, konnte den englischen Vorstoß kurz aufhalten, wurde aber bald zurückgeschlagen und Orre wurde getötet. Die norwegische Armee wurde ausgelöscht. Die Chroniken besagen, dass einige der fliehenden Nordmänner, die von der englischen Armee verfolgt wurden, bei der Überquerung von Flüssen ertranken. [4]

Es starben so viele auf so kleinem Gebiet, dass es heißt, dass das Feld noch fünfzig Jahre später weiß von Knochen gewesen sein soll. [9] [10]

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

König Harald II Godwinson akzeptierte einen Waffenstillstand mit den überlebenden Norwegern inklusive Harald III Hardradas Sohn Olaf und Paul Thorfinnsson, Earl of Orkney. Ihnen wurde erlaubt, nach dem schwören von Eiden, die Engländer nie wieder anzugreifen, das Land zu verlassen. Die Verluste der Norweger waren so schwer, dass nur 24 von den 300 Schiffen benötigt wurden, um die Überlebenden fort zu bringen. [4] Sie zogen sich nach Orkney zurück, wo sie den Winter verbrachten und im Frühling kehrte Olaf nach Norwegen zurück. Das Königreich wurde danach zwischen ihm und seinem Bruder Magnus aufgeteilt. [11]

Haralds Sieg währte nur kurz. Drei Tage nach der Schlacht landete am 28. September eine zweite Invasionsflotte, angeführt von Wilhelm, Herzog der Normandie, in der Bucht von Pevensey in Sussex, an der Südküste von England. Harald musste sofort seine Truppen in Eilmärschen nach Süden führen, um die normannische Armee aufzuhalten. Weniger als drei Wochen nach Stamford Bridge, am 14. Oktober 1066, erlitt die englische Armee eine verheerende Niederlage und König Harald II fiel im Kampf in der Schlacht von Hastings. Dies war der Beginn der Normannischen Eroberung, was durch den schweren Verlust unter den englischen militärischen Kommandanten erleichtert worden war.

Monumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurden zwei Monumente in und um das Dorf Stamford Bridge errichtet. Das erste befindet sich auf der Hauptstraße des Dorfes. [12] Das zweite Moment befindet sich auf dem Schlachtfeld am Ende des Whiterose Drive. Es besteht aus einem Gedenkstein und einer Plakette, die die Ereignisse der Schlacht und ihren Ausgang beschreibt.

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Swanton, Michael (ed.) (1998). The Anglo-Saxon Chronicle
  2. Angelsächsische Chronik, Jahr 1066
  3. 3,0 3,1 Snorri SturlusonKing Harald's Saga
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 Swanton, Michael (ed. und Übersetzung) (2000) The Anglo-Saxon Chronicles
  5. Darby, H. C.; Maxwell, I. S. (1977). The Domesday Geography of Northern England
  6. 6,0 6,1 Henry of Huntingdon (1853). Forester, Thomas (ed.). The Chronicle of Henry of Huntington, The History of England, From the Invasion of Julius Caesar to the Accession of Henry II
  7. Blundell, Michael C. (2012). "The Battle of Stamford Bridge 1066 A.D.: An Alternative Interpretation"
  8. Larsen, Karen (1948) A History of Norway
  9. Wade, John (1843). British history, chronologically arranged; comprehending a classified analysis of events and occurrences in church and state 
  10. Morgan, Phillip (2000). "3. The Naming of the Battlefields in the Middle Ages". In Dunn, Diana (ed.). War and Society in Medieval and Early Modern Britain
  11. Snorri Sturluson: Heimskringla
  12. Battle of Stamford Bridge, UK National Inventory of War Memorials
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