Sigebert war König von East Anglia von ca 634 bis 638.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sigebert war der Bruder von Eorpwald [1] und möglicherweise Stiefsohn von Raedwald von East Anglia. [2] Diese Theorie des Stiefsohns wird gestärkt durch die Tatsache, dass der Name Sigebert nicht in die Dynastie der Wuffinger passt, sondern enge Verbindungen zu den namen des königlichen Hauses von Essex zeigt. Historiker glauben, dass Raedwalds Ehefrau zuvor mit einem Prinzen von Essex verheiratet war und Sigebert als Kind mit ihn die Ehe brachte. [3]

Beda berichtet, dass er Zuflucht in Frankreich suchte, um den Zorn von Raedwald zu entgehen. [4] Der Grund für die Verbannung ist nicht bekannt, doch da Sigebert anscheinend Stiefsohn von Raedwald war, wollte dieser vermutlich die Thronfolge seines Sohnes Eorpwald sichern gegen jemanden, der nicht aus der königlichen Linie der Wuffinger stammte. [5]

Sigebert floh nach Gallien, wo er anscheinend zum Christentum bekehrt wurde; man kann annehmen, dass er selbst lange Zeit Heide war, da auch seine Mutter heidnisch blieb und Raedwald sich ihm gegenüber eher feindselig verhielt. Laut Beda wurde Sigebert ein sehr gelehrter und frommer Mann während der Zeit seines Exils, und ließ sich in Gallien taufen. [1]

East Anglia blieb heidnisch, obwohl Eorpwald nach Raedwalds Tod von Edwin von Northumbria zum Christentum bekehrt wurde. Er wurde bald darauf ermordet und sein Mörder Ricbert scheint für drei Jahre lang im heidnischen East Anglia geherrscht zu haben.

Sigebert kehrte schließlich nach East Anglia zurück, nach zehn oder mehr Jahren im Exil, und beanspruchte gegen 634 den Thron für sich. Es scheint, dass Sigebert sich während seiner Herrschaft einen Ruf als guter Feldherr erwarb, an den man sich auch später noch erinnerte. Er regierte gemeinsam mit seinem Verwandten Egric, den einige Historiker für einen Sohn von Eni halten, dem Bruder von Raedwald. [3] Vermutlich war es Sigeberts christlicher Glaube, der ihm außerdem die Unterstützung von Edwin von Northumbria einbrachte, der ebenfalls christlich und zu dieser Zeit der mächtigste angelsächsische König war. Weiterhin hatte ihm sein Exil auf dem Kontinent gute Verbindungen zum Frankenland eingebracht, was die Missionierung der angelsächsischen Heiden verstärkte. [3]

Weiterhin konnte Sigebert vermutlich auch Egric bekehren, was zu einem stärkeren Bündnis mit Northumbria führte, als dieser Edwins Nichte Hereswith heiratete.

Sigebert soll auch Felix von Burgund aus dem Frankenland mit nach East Anglia gebracht haben, der von Honorius von Canterbury zum Bischof von East Anglia gemacht wurde. William of Malmesbury berichtet, dass Felix Sigebert begleitete, was Sigeberts Thronbesteigung auf das Jahr 629/30 vorverlegen würde, da die Quellen besagen, dass Felix 17 Jahre lang Bischof war. Um das Christentum in East Anglia weiter zu stärken, gründete Sigebert auch eine Klosterschule in seinem Reich, um schon den Jungen den christlichen Glauben nahe zu bringen; er wurde sicherlich in Gallien dazu inspiriert.

Gegen 633 überschrieb Sigebert Ländereien nahe einer alten Römischen Festung namens Cnobheresburg an Fursey - ein Eremit und Missionar aus Irland. Dieser gründete dort ein Kloster und sorgte gemeinsam mit Felix dafür, dass weitere Kirchen in East Anglia erbaut wurden. [3]

Etwa nach fünf Jahren der Herrschaft dankte Sigebert schließlich ab, übergab den Thron an Egric und zog sich als Mönch in ein Kloster zurück, das er eigens dafür hatte erbauen lassen. Beda berichtet davon, nennt jedoch den Namen des Klosters nicht. [4] Spätere Quellen besagen, es wäre Beodricesworth gewesen, das später in Bury St. Edmunds umbenannt wurde.

Irgendwann in den 640er Jahren wurde East Anglia von Penda von Mercia angegriffen und Egric hatte nur eine viel kleinere Armee zur Verteidigung. Die Ostangeln flehten Sigebert an, aus dem Kloster zurückzukehren - da er immer noch als großer Feldherr angesehen worden zu sein scheint - und sie in die Schlacht zu führen, hoffend, dass seine Anwesenheit die Armee ermutigen würde. Sigebert weigerte sich, da er nur noch für seinen christlichen Glauben leben wollte, doch man zerrte ihn aus dem Kloster zum Schlachtfeld. Nicht bereit, Waffen zu benutzten, zog er nur mit seinem Stab in die Schlacht.

Mercia war siegreich, Sigebert, Egric und viele seiner Männer wurden erschlagen und die Armee wurde ausgelöscht. Da Penda ein Heide war, wurde Sigebert als christlicher Märtyrer angesehen, der für seinen Glauben gestorben war. [4] Sein Feiertag ist der 29. Oktober.

 Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wuffa (c. 571-578)
    1. Tyttla (c. 578-599)
      1. Raedwald (c599-625) ⚭ | NN (⚭ // NN)
        1. // ♔ Sigebert (634-638)
        2. | Raegenhere (✝ 616)
        3. | ♔ Eorpwald (625-632)
      2. Eni
        1. Egric (638-641) ⚭ Hereswith von Deira
        2. Anna (641-653)
        3. Aethelhere (653-655)
        4. Aethelwold (655-663)

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Beda, HE, II/15
  2. William of Malmesbury, Gesta Regum Anglorum
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Plunkett, Steven - Suffolk in Anglo-Saxon Times
  4. 4,0 4,1 4,2 Beda, HE, III/18
  5. Yorke, Barbara - Kings and Kingdoms
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