Das St. Brice's Day Massaker fand am 13. November 1002 statt. Es handelte sich dabei um die von Aethelred dem Unberatenen angeordnete Tötung aller Dänen im Königreich England.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name bezieht sich auf St. Brice, einen Bischof von Tours aus dem 5. Jahrhundert, dessen Feiertag der 13. November ist. [1] [2] Das Königreich England war zwischen 997 und 1001 jedes Jahr von Dänen überfallen worden und 1002 sagte man dem König, dass die Dänen "verräterisch sein Leben nehmen würden, und dann all seine Berater, und sein Königreich besitzen danach". Als Antwort darauf ordnete Aethelred den Tod aller in England lebenden Dänen an. [3]

Das Massaker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historiker glauben, dass es eine große Menge an Toten gab, obwohl die Hinweise fehlen, um irgend eine Schätzung abzugeben. Unter denen, die getötet worden sein sollen, glaubt man Gunhilde, die Schwester von Sven Gabelbart, König von Dänemark. Ihr Ehemann Pallig Tokesen, der dänische Ealdorman von Devonshire, könnte ebenfalls in dem Massaker gestorben sein, [4] oder hatte laut einer anderen Version einen Anteil daran, es durch seinen Treuebruch auszulösen, indem er sich Angreifern anschloss, die die Südküste verwüsteten. [5]

Das Massaker in Oxford wurde von Aethelred in einer königlichen Urkunde aus dem Jahr 1004 gerechtfertigt, in der er die Notwendigkeit erklärt, die Kirche St. Frideswide (heute die Christ Church Cathedral) wieder aufzubauen. [6]

Die Skelette von 34 bis 38 jungen Männern, die alle zwischen 16 und 25 Jahre alt waren, wurden 2008 während einer Ausgrabung im St. John's College in Oxford gefunden. [7] [8] Eine 2012 durchgeführte chemische Analyse lässt vermuten, dass die Überreste von Wikingern stammen. Ältere Narben an den Knochen geben den Hinweis, dass sie professionelle Krieger waren. Man geht davon aus, dass sie mehrfach erstochen und dann brutal ermordet wurden. Brandspuren an den Knochen stimmen überein mit historischen Berichten eines Brandes in der Kirche. [9]

Sicht der Historiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historiker sehen das Massaker üblicherweise als einen politischen Akt, der dazu beitrug, Sven Gabelbarts Invasion von 1003 zu provozieren. [10] Keynes beschrieb es in seinem Artikel über Aethelred als "sogenanntes" Massaker, die Reaktion eines Volkes, das ein Jahrzehnt lang ermordet und geplündert worden war, nicht gegen die Bewohner des Danelag gerichtet, sondern gegen die Söldner, die sich gegen ihre Auftraggeber gewendet hatten. [11] Aethelreds Biograph Ryan Lavelle stellt auch das Ausmaß in Frage, und argumentiert, dass es nicht im Danelag hätte durchgeführt werden können, wo die Dänen zu stark gewesen wären, und dass es möglicherweise auf Grenzstädte wie Oxford begrenzt war, und größere Städte mit kleineren dänischen Gemeinden wie Bristol, Gloucester und London. Er weist auch auf den bemerkenswerten Mangeln an Reue hin, der von Aethelred in der Urkunde von Oxford gezeigt wird, sieht das Massaker aber nicht so sehr als eine Ausführung einer königlichen Anordnung, sondern als Ausnutzung von ethnischem Hass in der Bevölkerung und Millenarismus. [12] [3] Audrey MacDonald sieht es als Hinführung zur Abschlachtung, die schließlich zur Thronbesteigung von Knut dem Großen 1016 führte. [5]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. "The 13th of November 1002 AD, St Brice's Day Massacre"
  2. Cavendish, Richard (November 2002). "The St Brice's Day Massacre". History Today
  3. 3,0 3,1 Lavelle, Ryan (2008) Aethelred II: King of the English
  4. Cawley, CharlesMedieval Lands Project: Denmark, Kings
  5. 5,0 5,1 MacDonald, Audrey - St Brice's Day Massacre, The Oxford Companion to British History
  6. "Massacre at St Frideswide's, Oxford Today, Michaelmas 2002"
  7. "Experts reveal brutal Viking massacre". Oxford Mail.
  8. Ord, Louise (August 12, 2011). "Skeletons reveal Viking massacre"
  9. "Skeletons found at mass burial site in Oxford could be 10th-century Viking raiders". ScienceDaily.
  10. Stenton, Frank (1971) Anglo-Saxon England
  11. Keynes, Simon (2004) Æthelred II, Oxford Online DNB
  12. Millenarismus bezeichnet den Glauben an die Wiederkunft Jesu und das Errichten seines tausend Jahre währenden Reiches. Dieser Begriff steht auch für den Glauben an das nahende Ende der Welt und einen apokalyptischen Fatalismus im Zusammenhang mit einer Jahrtausendwende.
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