Flavius Stilicho - oder Stilico - war ein hochrangiger General der römischen Armee und eine Zeit lang der mächtigste Mann im Weströmischen Imperium. Seine Regentschaft für den minderjährigen Kaiser Honorius markierte den Höhepunkt den Aufstieg der Germanen im Dienst von Rom. Bekannt für seine militärischen Erfolge und aufgrund seines Pflichtbewusstseins war Stilicho dem Historiker Edward Gibbon zufolge "der letzte der römischen Generäle".

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stilichos Vater war Vandale, doch es gibt keine Hinweise darauf, dass Stilicho selbst sich als etwas anderes als einen Römer ansah. Er war verheiratet mit einer Nichte von Kaiser Theodosius I. Nach dem Tod des Kaisers wurde der minderjährige Honorius zum westlichen Kaiser und Stilicho wurde zum Regenten ernannt, bis der Kaiser die Volljährigkeit erreicht hatte. Da Honorius sich als nicht sehr effektiver Kaiser erwies, war es Stilicho, der als erfolgreicher militärischer Führer die größte Macht im Reich hatte. Er kämpfte in verschiedenen Kriegen und konnte viele Siege vorweisen.

Einer dieser Kriege war Stilichos piktischer Krieg, wahrscheinlich im Jahr 398 n. Chr. Über diesen Krieg ist nichts bekannt, doch es scheint, dass dieser Konflikt für ihn schlecht ausging.

Obwohl er ein erfolgreicher und mächtiger General war, kam es zu Stilichos Fall, als die Vorstöße verschiedener germanischer Stämme das Imperium bedrohten. Der Hof in Ravenna unter Kaiser Honorius war nicht in der Lage, das Problem zu lösen, das auch zur Rebellion von Constantine III in Britannien führte. Stilicho war nicht in der Lage, diese Rebellion niederzuschlagen und Constantine führte seine Truppen nach Gallien. Stilicho schickte seinen Untergebenen Sarus, der sich jedoch nach anfänglichen kleineren Erfolgen zurückziehen musste und Stilicho beschloss, den Übergang über die Alpen zu sichern, um Constantine an der Überquerung zu hindern.

Die Rebellion führte auch dazu, dass Stilicho sich nicht mit dem germanischen Stammesführer Alarich einigen konnte. Diese Misserfolge und das Gerücht, er hätte den oströmischen General - und Regenten des oströmischen Kaisers Arcadius, dem bei seinem Herrschaftsantritt ebenfalls minderjährigen Bruder von Honorius - Rufinus töten wollen, führten zu einem weiteren Aufstand. Honorius, der sich schon längere Zeit dem "Barbaren" Stilicho hatte entledigen wollen, nutzte dies, um ihn gefangen nehmen und hinrichten zu lassen.

Stilichos Misserfolg in Britannien und der Aufstand von Constantine III hatten das ohnehin schon bedrängte Britannien weiter geschwächt. Der unfähige Kaiser Honorius musste weitere Zugeständnisse machen, da er nicht in der Lage war, ohne seinen früher siegreichen General die germanischen Stämme zurück zu halten. Als schließlich aus Britannien die Bitte um Unterstützung kam, da die römische Bevölkerung Hilfe gegen die einfallenden nordischen Stämme war, konnte das weströmische Imperium ihnen daher keine Verstärkung schicken und Honorius erklärte - in einem bis heute erhaltenen Brief - dass sie nun auf sich selbst gestellt wären.

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