Togodumnus war ein Herrscher des eisenzeitlichen Stammes der Catuvellaunen im 1. Jh. n. Chr., während der Römischen Eroberung von Britannien.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Historiker glauben, dass sein Name ein Titel war und ursprünglich von Tog y Dymnaint stammt, was übersetzt "Anführer der Dumnonii" bedeutet. Somit wäre er eigentlich ein Herrscher dieses im Südwesten Britanniens beheimateten Stammes gewesen. [1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Togodumnus ist nur aus der Roman History von Cassius Dio bekannt, der zufolge er der Sohn von Cunobelinus war. Er erbte vermutlich nach seinem Vater die Herrschaft über die Catuvellaunen, das zu dieser Zeit dominierende Königreich im Südosten Britanniens. Ihr Gebiet beinhaltete die Ländereien verschiedener anderer Stämme, inklusive der der Trinovanten und möglicherweise der Dobunni weiter im Westen.

Er hatte zwei Brüder, Amminius und Caratacus. In den späten Jahren von Cunobelinus erhielt Adminius die Kontrolle über die Cantiaci in Kent, wurde jedoch um 40 n. Chr. aus Britannien vertrieben und suchte bei Kaiser Caligula Zuflucht. Caligula plante eine Invasion nach Britannien, zu der es jedoch nie kam.

Münzfunden zufolge scheint Caratacus nach dem Tod seines Onkels Epatticus die Eroberung der Atrebates abgeschlossen zu haben, dem Hauptrivalen der Catuvellaunen in den frühen 40er Jahren. Der König der Atrebates, Verica, floh nach Rom und gab damit dem damaligen Kaiser Claudius einen Grund für seine Eroberung von Britannien.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Cassius Dio führte Togodumnus den ersten Widerstand gegen die Invasion gemeinsam mit Caratacus an, wurde aber nach der Schlacht an der Themse getötet. Der römische Kommandant Aulus Plautius verschanzte sich dann an der Themse und ließ nach Kaiser Claudius schicken, damit dieser ihn auf seinem finalen Marsch in die Hauptstadt der Catuvellaunen, Camulodunum [2]. Laut Dio lag das daran, dass die Briten stärkeren Widerstand leisteten, als erwartet, und dass Plautius die Hilfe des Kaisers benötigte, um die Eroberung abzuschließen. Doch da Claudius kein Soldat war und nur sechzehn Tage in Britannien verbrachte, ist es wahrscheinlich, dass die Briten schon so gut wie besiegt waren. Die Herrschaft ging auf Caratacus über, der die Kämpfe außerhalb des von den Römern kontrollierten Gebietes bis 51 fortführte.

Togodumnus und Togidubnus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tacitus erwähnt einen König, der mehrere Gebiete als loyaler Verbündeter der Römer gegen Ende des 1. Jh. regierte, und in den meisten Manuskripten Cogidumnus genannt wurde, in einem aber Togidumnus. Eine beschädigte Inschrift in Chichester nennt ihn "...gidubnus". Die Namensähnlichkeit hat einige Historiker, unter anderem Cunliffe, zu der Vermutung gebracht, dass es sich um den gleichen Mann handeln könnte. John Hind glaubt, dass Dio einen Fehler machte, als er schrieb, Togodumnus wäre nach der Schlacht an der Themse gestorben, und dass das griechische Wort φθαρεντὸς, "umkommen" Dios Fehlübersetzung eines mehrdeutigeren lateinischen Wortes ist - amisso, "verloren" - in einer der hypothetischen Quellen, und dass Togodumnus tatsächlich nur besiegt und nicht getötet wurde, und dass die Briten seine Niederlage und nicht seinen Tod rächen wollten. Er vermutet weiter, dass Togodumnus sich den Römern unterwarf und von ihnen zu einem befreundeten König über die Gebiete der Regnii, Atrebates, Belgae und Dobunni ernannt wurde und der loyale König wurde, den Tacitus erwähnt.

 Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tasciovanus
    1. Cunobelinus
      1. Amminius
        1. Sallustius Lucullus
      2. Togodumnus
      3. Caratacus
    2. Epatticus

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Dazu siehe auch Guiderius
  2. Das heutige Colchester
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