Wulfhelm war Erzbischof von Canterbury von 926 bis 941.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wulfhhelm wurde irgendwann zwischen August 923 und September 925 als Nachfolger von Athelm von Canterbury zum Bischof von Wells gewählt und geweiht. [1] Über seine Zeit in Wells ist sonst nichts bekannt. [2]

926 wurde er nach dem Tod von Athelm aus der Diözese Wells versetzt und zum Erzbischof von Canterbury ernannt. [1] Während seiner Amtszeit besuchte er hin und wieder den königlichen Hof und König Aethelstan von England sagt in seinem Gesetzeskodex, dass Wulfhelm bei der Ausarbeitung der Gesetze konsultiert wurde. [3] Wulfhelm beriet den König auch bezüglich der Ordinance on Charities, die von Aethelstan herausgegeben wurde. [4] Eines der verbliebenen Manuskripte von Aethelstans Gesetzen hat einen Epilog, der besagt, dass das Gesetz bei einer Synode in Grately besprochen und entschieden wurde, bei der auch Wulfhelm anwesend war. Aus anderen Teilen der Gesetze geht hervor, dass Wulfhelm auch bei einem Konzil in Thunderfield den Vorsitz hatte, bei dem die Reeves von London darum baten, den königlichen Frieden zu halten. Aus den verschiedenen Andeutungen lässt sich schließen, dass Wulfhelm stark beteiligt war an den königlichen Bemühungen, die Gesetze zu verbessern. [5]

Wulfhelm ging auch nach Rom, um sein Pallium persönlich von Papst Johannes X zu erhalten. [3] Warum er sich dazu entschied und es sich nicht schicken ließ wie die meisten seiner Vorgänger, ist unbekannt. Eine Vermutung ist, dass er aufgrund der Tatsache, dass er von einer anderen Diözese versetzt worden war, das Bedürfnis hatte, seine Bestätigung des päpstlichen Einverständnisses direkt zu erhalten. Bedenkt man den niedrigen Status des Papsttums zu dieser Zeit, ist es unwahrscheinlich, dass diese Änderung der Tradition vom Papst persönlich kam. [6]

Wulfhelm starb am 12. Februar 941. [1] Während seiner Amtszeit erhielt er als Geschenk zwei Gesangbücher, die immer noch erhalten sind, da er sie Christ Church spendete. [6] Eines davon wurde in Irland hergestellt, das andere entweder in Lothringen oder Deutschland. Das zweite Gesangbuch könnte ursprünglich ein Geschenk an Aethelstan gewesen sein, während der Verhandlungen über die Ehe seiner Schwester Edith mit dem zukünftigen Kaiser Otto I. [3] Diese diplomatischen Ereignisse erklären möglicherweise das Erscheinen von Wulfhelms Namen in den Büchern einiger deutscher Klöster. [2] Er könnte außerdem Land an die Kirche überschrieben haben, obwohl der Bericht ein wenig unklar darin ist, was genau überschrieben wurde. [6] Eine weitere Landschenkung war Land in Deverel, Wiltshire an die Abtei Glastonbury. [2]

Wulfhelm wurde in Canterbury begraben, [2] zunächst in der Kirche St. John the Baptist nahe der sächsischen Kathedrale von Canterbury. Als eine neue Kathedrale unter Erzbischof Lanfranc erbaut wurde, nach der Normannischen Eroberung von England, wurden die früheren Erzbischöfe von Canterbury ins nördliche Kirchenschiff der neuen Kathedrale verlegt. Später verlegte man Wulfhelm und seinen Vorgänger Athelm in eine Kapelle, die dem Hl. Benedikt geweiht war und später in die von Thomas Goldstone (✝ 1468) erbaute Lady Chapel integriert wurde. [2]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Fryde, E. B.; Greenway, Diana; Porter, Stephen; Roy, Ian (1996). Handbook of British Chronology
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Robinson, J. Armitage (1918). The Saxon Bishops of Wells: A Historical Study in the Tenth Century
  3. 3,0 3,1 3,2 Leyser, Henrietta (2004). "Wulfhelm (d. 941)". Oxford Dictionary of National Biography
  4. Lawson, M. K. (July 1992). "Archbishop Wulfstan and the Homiletic Element in the Laws of Æthelred II and Cnut". The English Historical Review
  5. Wormald, Patrick (1999). The Making of English Law: King Alfred to the Twelfth Century
  6. 6,0 6,1 6,2 Brooks, Nicholas (1984). The Early History of the Church of Canterbury: Christ Church from 597 to 1066
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