Nach Cäsars Britannienfeldzügen 55-54 v. Chr. führten die Römer etwa ein Jahrhundert lang keine weiteren Versuche durch, Britannien zu erobern, die nächsten Versuche erfolgten im 1. Jh., etwa um 43 n. Chr. und die Zeit des Römischen Britannien begann.

Siehe hierzu auch die Einträge der Angelsächsischen Chronik.

 


Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ersten Jahrhundert n. Chr. begann die Römische Eroberung von Britannien, die bis Mitte des zweiten Jahrhunderts abgeschlossen war. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass die einheimischen Stämme in Schottland und Wales während der ganzen Zeit der römischen Besetzung relativ unbeeinflusst ihr Leben führten; über sie ist am wenigsten bekannt. Die Römer bemühten sich während ihrer Herrschaft, nicht nur die Stämme unter ihre Kontrolle zu bringen, sondern sie auch zu romanisieren, indem sie den örtlichen Adel in die Regierung der Provinzen mit einbezogen und Ehen zwischen Römern und Briten vorantrieben. Weiterhin wurden anfänglich Vasallenkönigreiche geschaffen, deren Herrscher Verbündete der Römer waren, doch nach dem Tod dieser Herrscher - am bekanntesten sind Cartimandua von den Briganten, Prasutagus von den Iceni und Tiberius Claudius Cogidubnus von den Regnenses - wurde diese Praxis aufgegeben, um die Gebiete der Insel vollständig unter römische Kontrolle zu bringen.

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Seven Ages of Britain 2of7 The Second Age 1500BC– 43AD With Bettany Hughes History Full Documentary

Schon unter Kaiser Augustus hatte man die erneute Eroberung Britanniens geplant, und dessen Nachfolger Caligula ließ Truppen am Kanal stationieren, doch es bedurfte größerer Vorbereitungen. Im Jahr 44 n. Chr. zog Kaiser Claudius mit seinen Truppen und - für die Einwohner der Insel überraschend und beunruhigend - mit Elefanten in die Stadt Camulodunum ein. Er war von Verica gerufen worden, einem britischen Anführer und Freund der Römer, der sich durch andere Stämme bedrängt fühlte.

Claudius eroberte die Stadt und gründete eine neue Provinz, die er jedoch nach sechzehn Tagen bereits wieder verließ, um seine Lorbeeren für die erfolgreiche Eroberung in Rom zu erhalten. Obwohl die Invasion lange geplant war, hatte Claudius sie hauptsächlich für die Festigung seiner Herrschaft benötigt, da er beim Volk eher unbeliebt war.

Schon bald brachen die ersten Unruhen und Aufstände aus, angeführt von den Söhnen des Cunobelinus - Togodumnus und Caratacus. Während der ersten Schlachten fiel Togodumnus, doch die Briten wurden dadurch nur noch mehr aufgestachelt und weitere Truppen mussten aus Rom angefordert werden. Nach mehreren Wochen erfolgloser Kämpfe kehrte Claudius nach Britannien zurück. Die Römer erlangten die Oberhand und Caratacus musste nach Wales fliehen. Die Römer unterwarfen elf weitere Stämme und machten die zuerst eroberte Stadt Camulodunum zu ihrem Hauptstützpunkt.

Innerhalb von vier Jahren eroberten die Römer das ganze Gebiet südlich des Flusses Humber [1]. In Wales leisteten die Silurer noch lange Zeit erbitterten Widerstand. Caratacus kämpfte immer noch, musste sich aber in einer Schlacht geschlagen geben, woraufhin er zu den Briganten floh. Diese waren jedoch bereits mit den Römern verbündet und ihre Königin Cartimandua lieferte Caratacus an die Römer aus.

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Seven Ages of Britain 3of7 The Third Age 43–410 With Bettany Hughes Documentaries

Bis 54 n. Chr. waren die walisischen Grenzgebiete unter römische Kontrolle gekommen, doch man hatte die nördliche Expansion nicht weiter voran getrieben. Erst Nero führte dies nach seiner Thronbesteigung fort. Im Jahr 60 zerstörten die Römer das religiöse Zentrum der britischen Druiden auf den Insel Anglesey. Der Aufstand der Iceni und Trinovanten unter der Führung von Boudicca zwang die Römer, von der weiteren Eroberung Wales' abzusehen, und sich erneut dem Südosten der Insel zuzuwenden. Die Aufstände waren so schwer, dass Nero beinahe den Abzug aus Britannien veranlasst hätte, doch dies hätte sein Ansehen als römischer Kaiser stark geschwächt.

Nach schweren Schlachten und der blutigen Niederschlagung der Aufstände Boudiccas führte der neue Kaiser Vespasian die nördliche Expansion fort. Während seiner Herrschaft konnte Wales weiter erobert werden, sowie auch die Orkney-Inseln. Der erfolgreiche Feldherr Gnaeus Julius Agricola wurde unter Vespasians Nachfolger Domitian nach Rom zurück beordert, was die Nordexpansion unter seinen unfähigen Nachfolgern ins Stocken brachte. Weiterhin benötigten Kämpfe an der Donau Unterstützung weiterer Legionen.

Zeitleiste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1 bis 10 n. Chr.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 


7

  • Cunobelinus von den Catuvellaunen besiegt die Trinovanten und erbaut eine Hauptstadt in Colchester.
  • Tincommius von den Atrebates erscheint als Bittsteller in Rom am Hof von Kaiser Augustus, nachdem ihn sein Bruder Eppillus vom Thron vertrieben und selbst die Herrschaft über die Atrebates übernommen hat. Rom erkennt Eppillus kurze Zeit später als König an.
  • Dumnovellaunos von den Trinovanten erscheint als Bittsteller bei Kaiser Augustus, nachdem Cunobelin ihn vertrieben hat.

9

11 bis 20 n. Chr.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

15

  • Verica wird König der Atrebates, nachdem Eppillus gestorben ist oder von ihm vertrieben wurde. Um die gleiche Zeit erscheint ein König Eppillus im Gebiet der Cantiaci.

21 bis 30 n. Chr.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

25

31 bis 40 n. Chr.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

35

39/40

  • Eine Nachfolgekrise ereignet sich an Cunobelinus' Hof und sein jüngerer Sohn Amminius flieht ins Exil an den Hof von Kaiser Caligula in Rom.

40

  • Cunobelinus von den Catuvellaunen erobert das Gebiet der Atrebates und vertreibt Verica, der daraufhin nach Rom flieht, um den Kaiser um Hilfe bei der Rückerlangung seines Reiches zu bitten.
  • Amminius wurde von Cunobelinus ins Exil geschickt und flieht an den Römischen Kaiserhof. Caligula plant eine Invasion nach Britannien, kehrt aber um, nachdem er die Küste von Gallien erreicht hat.

41 bis 50 n. Chr.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

42

43

Römische Eroberung von Britannien

  • Mai - Römische Legionen unter Aulus Plautius fallen in Britannien ein, sie landen bei Richborough.
  • General Vespasian erobert den Fluss Medway in der Schlacht am Fluss Medway und drängt die Briten über die Themse.
  • September - Kaiser Claudius bringt Verstärkung und erobert Colchester. Die Briten, unter ihnen Caratacus und Togodumnus, ergeben sich.
  • Aulus Plautius wird der erste Gouverneur des römischen Britannien.
  • Gründung von Londinium.

43-48

44

45

46

47

  • Aulus Plautius wird als Held in Rom empfangen.
  • Die mit Rom verbündeten Iceni von East Anglia werden vom neuen römischen Gouverneur Publius Ostorius Scapula aufgefordert, ihre Waffen zu übergeben. Einige Stammesmitglieder leisten Widerstand und werden schnell überwältigt.
  • Prasutagus wird um diese Zeit König der Iceni.

48

  • Die Römer besiegen die Deceangli von Nordost-Wales.

49

  • Die Silurer des südlichen Wales greifen die Römer an, werden aber durch neu gebaute Forts aufgehalten.
  • Eine römische Kolonie wird in Camulodunum (Colchester) gegründet.

50

51 bis 60 n. Chr.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

51

52

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58

60/1

  • Paulinus erobert Anglesey, die letzte Festung der Druiden. Das Massaker von Menai findet statt.
  • Prasutagus, König der Iceni, hinterlässt bei seinem Tod ein Testament, das sein Reich seinen beiden Töchtern und Kaiser Nero hinterlässt. Die römische Armee annektiert sein Königreich jedoch, als hätte sie es erobert, vertreibt den Adel aus seinen geerbten Ländereien und plündert das Land. Die Witwe des Königs, Boudicca, wird ausgepeitscht und gezwungen, der öffentlichen Vergewaltigung ihrer Töchter zuzusehen. Römische Geldverleiher fordern die Schulden der Iceni ein.
  • Boudicca führt eine Rebellion der Iceni gegen die Römische Herrschaft an, gemeinsam mit den Trinovanten, Cornovii, Durotriges und keltischen Briten. Die Iceni und Trinovanten zerstören zunächst die römische Hauptstadt Camulodunum [2], löschen die Infanterie der Legion IX Hispana [3] aus und ziehen weiter, um Londinium [4] nieder zu brennen [5] und Verulamium. Überall töten sie die Einwohner zu tausenden.
  • Paulinus besiegt die Rebellen in der Schlacht von Watling Street und bestraft die einheimischen Briten hart, wird aber aus dem Amt entfernt. Publius Petronius Turpilianus wird Gouverneur von Britannien.
  • Nero plant kurzzeitig, die Provinz Britannien aufzugeben, wird jedoch umgestimmt.

61 bis 70 n. Chr.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

63

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69

71 bis 80 n. Chr.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

71

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77

78

79

  • Legionsfestungen werden bei Deva Victrix (Chester) erbaut. Die Unterwerfung des Nordwesten ist abgeschlossen.
  • Große Eröffnung eines zivilen Zentrums in St. Albans.
  • Örtliche Adlige werden ermutigt, die alte britische Kultur abzulegen.

80

  • Agricola stößt bis zum Fluss Tay vor und befestigt Carlisle und Corstopitum.

81 bis 90 n. Chr.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

81

  • Agricola zieht nach Irland.

82

83

  • Eine römische Armee zieht gegen die Caledonii im Norden und errichtet eine Basis in Inchtuthil.

84

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91 bis 100 n. Chr.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

93

  • Aulus Vicirius Proculus ist für eine unbekannte Zeit Gouverneur von Britannien. Sein direkter Vorgänger und Nachfolger sind unbekannt.

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98

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Der Süden von England bis Manchester und Wales.
  2. Schlacht von Camulodunum
  3. Kommandiert von Quintus Petillius Cerialis.
  4. Schlacht von Londinium
  5. Wobei sie möglicherweise die London Bridge zerstörten.
  6. Gleichzeitig erhoben Galba, Otho, Vitellius und Vespasian Anspruch auf den Kaiserthron. Das Reich fiel in einen Bürgerkrieg und die äußeren Provinzen erhielten keine oder nur geringe Hilfe bei Konflikten. Vespasian konnte sich durchsetzen.
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